Doch keine Eurolöhne für Grenzgänger

Erst überlegte sich der Zahnimplantathersteller Straumann öffentlich, wegen des Mindestkurs-Aus Eurolöhne einzuführen. Nun krebst er zurück.

«Man darf ja auch ab und zu eine Idee haben, welche sich dann nicht durchsetzen lässt», verteidigt Straumann-Chef Marco Gadola seinen Eurolohn-Vorschlag. (Archivbild: Keystone)

«Man darf ja auch ab und zu eine Idee haben, welche sich dann nicht durchsetzen lässt», verteidigt Straumann-Chef Marco Gadola seinen Eurolohn-Vorschlag. (Archivbild: Keystone)

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Die Diskussionen um Eurolöhne für Grenzgänger sind beim Zahnimplantathersteller Straumann vom Tisch. «Wir haben sehr rasch negatives Feedback erhalten», sagt Straumann-Chef Marco Gadola im Interview mit der «Handelszeitung». «Wir haben nicht gewusst, dass viele unserer Grenzgänger für ihre Wohnungen und Häuser, die sie in Euro finanzieren, Darlehen in Schweizer Franken haben. Und dass Sozialversicherungs- und Pensionskassenbeiträge weiterhin in Schweizer Franken bezahlt werden», sagt er.

Die Idee ist zwar vom Tisch. «Aber man darf ja auch ab und zu eine Idee haben, welche sich dann nicht durchsetzen lässt», verteidigt Gadola die Diskussionen mit den Angestellten. Von den 800 Mitarbeitern in der Schweiz sind etwa ein Viertel Grenzgänger. 45 Prozent der Kosten fallen in Franken an, während nur 5 Prozent des Umsatzes in Franken generiert werden.

Kompromissbereite Lieferanten

Um den Währungseffekt auszugleichen, verhandelt Straumann nun mit den Lieferanten. «Ich bin der Meinung, dass jene Lieferanten, die im Euroraum produzieren und die Rechnungen an uns in Franken stellen, einen Teil ihres Währungsgewinns an uns weitergeben sollten», sagt Gadola. Die meisten Lieferanten würden sich kompromissbereit zeigen. Die meisten wüssten aber auch, dass sie ersetzt werden können.

Straumann will als Nächstes die Produktion und die Marktstellung in den USA ausbauen. Auch Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Argentinien hat Marco Gadola im Fokus. Dort werden Standorte aufgebaut, von denen aus wiederum Ecuador, Peru, Chile, Costa Rica und Panama angegangen werden können. Dieses Expansionsprojekt kostet etwa 3 Millionen Franken. (thu/sda)

Erstellt: 02.04.2015, 11:12 Uhr

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