Ein Chef tanzt den Gewinn-Tango

Jørgen Vig Knudstorp steht an der Spitze von Lego. Und seine Plastikmännchen machen ihm mächtig Freude.

Freut sich über einen Rekordgewinn: Lego-Boss Jørgen Vig Knudstorp.

Freut sich über einen Rekordgewinn: Lego-Boss Jørgen Vig Knudstorp. Bild: AFP

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Der dänische Spielzeugriese Lego hat mit Bauklötzen und einem Leinwanderfolg einen Rekordgewinn angehäuft. Nicht zuletzt dank Werbung durch den Kinohit «The Lego Movie» verdiente der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 7 Milliarden dänische Kronen (gut 1 Milliarde Franken).

Brachte dem Spielkonzern einen Gewinnschub: Der Lego-Film (Trailer).

Das waren rund 900 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr. Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp sprach bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Billund vom «besten Jahr überhaupt» für die Gruppe.

Auch beim Umsatz stapelt Lego immer weiter in die Höhe: Mit 28,6 Milliarden Kronen (4,1 Milliarden Franken) lag er im vergangenen Jahr um 13 Prozent über Vorjahr. In der ersten Jahreshälfte war die Gruppe zum weltgrössten Spielzeughersteller aufgestiegen.

Aufs Jahr gesehen, ist US-Konkurrent Mattel zwar mit 6 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Franken) wieder umsatzstärker, verdiente aber 2014 mit rund 500 Millionen Dollar weniger als die Hälfte der Dänen.

Der Chef ist ausser sich

Um den Konkurrenten ertragsmässig weiter hinter sich zu lassen, plant Lego in Zusammenarbeit mit Warner Brothers schon neue Filmprojekte.

Für 2017 haben die Dänen ausserdem einen zweiten Teil des Lego-Films angekündigt, dessen Titelsong «Hier ist alles super» («Everything Is Awesome») in diesem Jahr für einen Oscar nominiert war. Weltweit spielte die Geschichte des gewöhnlichen Bauklötzchenbauers Emmet, der zum Helden wird, rund 469 Millionen Dollar ein.

«Heute ist einer dieser Tage, wo man aufwacht und sagt: ‹Hier ist alles super!›», sagte Knudstorp, der am Mittwoch vor lauter Freude vor Journalisten sang und tanzte.

Die Gruppe wuchs nach eigenen Angaben 2014 in allen Märkten. In diesem Jahr soll unter anderem eine neue Klötzchenfabrik in China für den asiatischen Markt an den Start gehen.

Mattel plant Gegenschlag

Die Serien «Lego City», «Lego Star Wars» und «Lego Friends» verkauften sich nach Angaben des Unternehmens besonders gut. Auch Erwachsene spielen demnach wieder mehr mit den Steinen mit den berühmten Noppen: Die Produktreihe Lego Creator für eine ältere Zielgruppe war 2014 ebenfalls beliebter.

Der US-Spielzeugriese Mattel, dessen einstige Kassenschlager Barbie und Ken das Nachsehen haben, will den Höhenflug der Dänen nicht kampflos hinnehmen – und greift Lego mit dem Kauf des Bauklötzebauers Mega Brands an. Ob der Plan des Branchenprimus aufgeht, bleibt abzuwarten. (sda)

Erstellt: 25.02.2015, 14:19 Uhr

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