Ein Mann unter Dauerbeschuss

Patrick Raaflaub war als Finma-Chef für die Aufsicht der Banken verantwortlich. Recht machen kann man es in diesem Job keinem – manchmal sorgte er auch selber für Fragezeichen.

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Mit seinem Rücktritt überrascht Finma-Chef Patrick Raaflaub die Branche. Ob der Rücktritt von Raaflaub wirklich nur wegen der «neuen Herausforderung» erfolgt, muss hinterfragt werden. Die Folgen der Finanzkrise von 2008 hallen bis heute nach. Die Regulierung des Finanzmarktes ist seither Dauerthema. Wer in dieser Sache in welchem Bereich das Sagen hat, ist zwar klar. Trotzdem werden zwischen der Finma und der SNB immer wieder Kompetenzunstimmigkeiten geortet. Die Zeitschrift «Bilanz» widmete dem Thema 2012 gar eine Titelgeschichte.

Zu reden gab Ende 2013 ein Interview von Patrick Raaflaub in der NZZ, wo er den Banken nahelegte, sich am US-Programm im Steuerstreit in Kategorie 2 einzuteilen. Erst kurz davor hatte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf die «Freiwilligkeit» einer Teilnahme herausgestrichen. Raaflaub mochte sich nicht weiter zum Thema äussern, worauf das «grosse Rätseln» unter Bankjuristen losging. Auch die Finanzbranche drosch auf Raaflaub ein.

«Es gehört zum Geschäft, öffentlich kritisiert zu werden», sagte er noch im März vergangenen Jahres. Damals wurde ein Finma-Rundschreiben zu Retrozessionen beanstandet. Zuvor lagen sich die Behörde und die Versicherungsbranche in den Haaren wegen der Einführung des Solvenztests SST. Noch in der Finanzkrise warf man der Finma vor, sich gegen die Grossbanken nicht durchsetzen zu können.

Wenig später tat sie dies in den Augen von Ständerat Konrad Graber (CVP/LU) so stark, dass er sich zu einer Intervention genötigt sah. Graber brachte ein Postulat durch, das die Durchleuchtung der Finma verlangte. Damit wollte sich Graber für die Wettbewerbsfähigkeit der Finanzbranche stark machen.

(cpm)

Erstellt: 15.01.2014, 15:38 Uhr

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