«Ein grosser Kritikpunkt ist für mich die Änderung beim Flugzug»

Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn Schweiz, sagt, was er vom neuen Fahrplan der SBB hält und wo die Stolpersteine für die Passagiere liegen.

Einige potenzielle Stolpersteine: Ein Interregio-Zug im Bahnhof Lausanne. (Archivbild)

Einige potenzielle Stolpersteine: Ein Interregio-Zug im Bahnhof Lausanne. (Archivbild) Bild: Keystone

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Herr Schreiber, die SBB haben heute den neuen Fahrplan vorgestellt. Was halten Sie von den Neuerungen im Allgemeinen?
Dieses Jahr kann man wirklich von einer Änderung sprechen – kein Stein bleibt auf dem anderen. Und grundsätzlich sind die meisten Änderungen positiv.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Neuerungen?
Die Verbindung von Basel nach St. Gallen wird bis München verlängert. Diese Renaissance einer Verbindung, die es zwischen Basel und St. Gallen schon einmal gab, entspricht ganz klar einem Bedürfnis der Reisenden. Daneben gibt es eine Reihe von Neuerungen, bei denen Passagiere gut aufpassen müssen. Der Intercity-Zug von Zürich nach St. Gallen etwa hält nach Winterthur nicht mehr, Reisende von Basel nach Lausanne müssen neu in Biel oder Olten umsteigen – alles potenzielle Stolpersteine, die aber zu einer allgemeinen Verbesserung beitragen.

Sie sehen nichts Negatives?
Doch. Die Fahrzeit zwischen Delsberg und Lausanne verlängert sich um 15 Minuten, das ist unschön. Sogar ein grosser Kritikpunkt ist für mich die Änderung beim sogenannten Flugzug – dem Zug von Basel zum Flughafen Zürich. Man muss in Basel früher auf den Zug als bisher, und die Fahrzeit beträgt ganze neun Minuten mehr.

Hätten die SBB das verhindern können?
Das ist schwierig zu sagen, weil ich die Details nicht kenne. Ich sehe, dass der Zug über den Bahnhof Löwenstrasse verkehrt. Ich nehme an, er wird dort für einige Minuten stehen. Da hätte man sich überlegen müssen, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, die alte Verbindung beizubehalten. Zumal die neue Linie auch nicht mehr am Bahnhof Stein-Säckingen hält. Das freut die Leute dort sicher auch nicht.

Allen wird man es aber nie recht machen können.
Das stimmt. Deshalb rechne ich das den SBB auch nicht negativ an. Bei jeder Fahrplanänderung gibt es Personen, die nicht zufrieden sind. Das liegt meist daran, dass man sich an etwas gewöhnt hat und das nicht mehr hergeben möchte.

Was müssen die SBB nun bei der nächsten Fahrplanänderung anpacken?
Im Moment sehe ich kein Problem, das offengeblieben wäre. Die SBB haben, bis auf die Kritik am «Flugzug», das Optimum herausgeholt. Und das war gar nicht einfach: Im Welschland behindern diverse Baustellen den Bahnverkehr, die etwa mit der Durchmesserlinie in Zürich vergleichbar sind.

Erstellt: 26.05.2015, 14:16 Uhr

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