Ein umstrittener Unternehmer

Moritz Suter, der die «Basler Zeitung» gekauft hat, ist als hochbegabter Unternehmer bekannt. Doch als einfacher Chef gilt er nicht.

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Moritz Suter, der neue Besitzer der «Basler Zeitung», hat sich als Luftfahrt-Pionier, als Crossair-Gründer und kurzzeitiger Swissair-Chef einen Namen gemacht. Er gilt als brillianter, aber auch umstrittener Unternehmer, der mit sehr viel Herzblut für seine Anliegen kämpft.

Suter, am 3. September 1943 als Sohn eines Musikprofessors und Komponisten in Basel geboren, begeisterte sich schon früh für die Fliegerei. 1962 erwarb er das Pilotenbrevet. Nach fliegerischer Praxis in Afrika, in Holland und England sowie bei der Luxemburger Luxair kam er 1967 zur Swissair. 1974 wurde er Flugkapitän.

Lohnstreit mit Crossair-Piloten

Der Pioniergeist liess Suter jedoch keine Ruhe. 1975 gründete er mit seinem Freund Peter Kalt ein Lufttaxiunternehmen, aus dem schliesslich 1979 die Crossair hervorging. Diese baute Suter mit viel Elan von einem Kleinbetrieb zu einer der wichtigsten europäischen Regionalfluglinien mit über 3600 Angestellten aus.

Dafür wurden die Crossair, aber auch er selber, mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt. 1993 wurde er von einer internationalen Jury in Paris zur «Persönlichkeit des Jahres» gewählt.

Suter pflegte einen sehr patriarchalen Führungsstil. Dass er damit an seine Grenzen stiess, zeigte etwa ein langandauernder und teilweise auch sehr persönlich ausgetragener Lohnstreit mit den Crossair-Piloten.

Crossair-Abstürze und Swissair-Grounding

Inzwischen hatte die Swissair schrittweise die Aktienmehrheit bei Crossair übernommen. Als die Swissair 2001 in ihre grösste Krise geriet, übernahm Suter kurzfristig deren Führung. Es gelang ihm, seine Crossair zu retten; auf ihrer Grundlage wurde schliesslich die neue Swiss aufgebaut.

Ende 2001 wurde Suter entmachtet, die Crossair/Swiss wurde von den Banken übernommen. Im Swissair-Prozess 2007 warf der letzte Swissair-Chef Mario Corti Suter vor, beim «Swissair-Grounding» 2001 eine zwielichtige Rolle gespielt zu haben.

Schwer belastet wurde Suters Ruf durch den Absturz zweier Crossair-Flugzeuge 2000 und 2001, bei denen insgesamt 34 Menschen ums Leben kamen. Ihm wurden unter anderem Vernachlässigung der Flugsicherheit vorgeworfen. In einem Prozess wurden diese Vorwürfe 2008 weitgehend entkräftet, Suter wurde frei gesprochen.

Suter hatte sich unterdessen neuen Projekten zugewendet. 2004 gründete er die Fluggesellschaft hello. (oku/sda)

Erstellt: 24.11.2010, 16:47 Uhr

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