Eklat im Verwaltungsrat der Bank Sarasin

Präsident Christoph Ammann und VR Peter Derendinger treten zurück.

Kehren beide der Bank Sarasin den Rücken: Verwaltungsratspräsident Christoph Ammann (l.) und Verwaltungsratsmitglied Peter Derendinger (r.)

Kehren beide der Bank Sarasin den Rücken: Verwaltungsratspräsident Christoph Ammann (l.) und Verwaltungsratsmitglied Peter Derendinger (r.) Bild: Keystone

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Bei der Bank Sarasin ist kurz vor der Übernahme durch die Bank Safra Feuer im Dach. Die brasilianische Safra-Gruppe hatte im vergangenen Herbst überraschend den Zuschlag erhalten und übernimmt für 1,04 Milliarden Franken von der Rabobank die Mehrheit an Sarasin.

Derzeit besteht der Verwaltungsrat aus sechs Personen mit Christoph Ammann als Präsident. Im Verwaltungsrat verbleiben künftig laut Pressemitteilung die beiden Vertreter der Rabobank, Sipko N. Schat und Pim W. Mol, sowie der ehemalige Sarasin-Teilhaber Hans-Rudolf Hufschmid und die deutsche Politikerin Dagmar G. Wöhrl. Der Verwaltungsrat hat zu Beginn des Übernahmeprozesses durch Safra einen Ausschuss von unabhängigen Mitgliedern gebildet, dessen Aufgabe es war, die Interessen der Bank und der Publikumsaktionäre sicherzustellen.

Ausschuss sah seine Handlungsfähigkeit eingeschränkt

Dass Präsident Christoph Ammann und sein Verwaltungsratskollege Peter Derendinger, die dem Ausschuss angehörten, den Hut nehmen, hat laut Insidern damit zu tun, dass sie zu der inzwischen erfolgten Unternehmensbewertung eine Fairness-Opinion abgeben müssen. Diese Fairness-Opinion ist deshalb wichtig, weil noch nicht ganz klar ist, wie hoch das Angebot an die Minderheitsaktionäre, das die Safra laut Gesetz machen muss, sein wird.

In der offiziellen Stellungnahme heisst es dazu leicht beschönigend: «Der Ausschuss hat seine Handlungsfähigkeit im Verlaufe der vergangenen Monate zunehmend eingeschränkt gesehen und kann seine Aufgabe heute nicht mehr wahrnehmen.» Kein Problem mit der umstrittenen Politik des neuen Eigentümers hat offenbar das Management der Sarasin, das unter der Leitung von Joachim H. Strähle steht. Auf dessen Bestreben hin hat die Bank vor einem halben Jahr nicht an die Bank Julius Bär verkauft, die den Minderheitsaktionären einen deutlich höheren Preis bot, sondern an die Brasilianer. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.06.2012, 09:03 Uhr

Anders als der Ausschuss sieht er keine Probleme bei der Politik der neuen Eigentümerin: Joachim H. Strähle, CEO der Bank Sarasin. (Bild: Keystone )

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