Ernst & Young stellt Mitarbeiter frei

Die Beratungsfirma hat auf Medienberichte über sexuelle Belästigung reagiert. Die Europa-Führung verspricht eine erneute Untersuchung.

Zeichnung: Ruedi Widmer

Zeichnung: Ruedi Widmer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Europa-Chefin der Beraterfirma Ernst & Young, Julie Teigland, sprach nun ein Machtwort. In einem internen Mail teilte sie der Belegschaft in Zürich mit, dass man Vorwürfe über sexuelle Belästigung beim Zürcher Ableger der Firma neu untersuchen wolle. Man nehme die Anschuldigungen extrem ernst und werde unmittelbar Massnahmen ergreifen.

Eine davon ist, dass der Mitarbeiter auf Partnerstufe, der im Zentrum der Anschuldigungen steht, per sofort freigestellt wird. Nachdem verschiedene Medien, unter anderem auch an dieser Stelle, über Vorfälle von sexueller Belästigung und Mobbing bei EY Zürich berichtet hatten, ist die EY-Europa-Führung nun offenbar zum Handeln entschlossen.

Im Zentrum des Interesses steht ein Mitarbeiter im Führungsteam bei EY Zürich. In seiner Funktion hat er viel mit jungen Frauen zu tun, dabei soll es zu Belästigungen gekommen sein. Ein Fall aus dem Jahr 2016 ist aktenkundig. Er betraf eine Mitarbeiterin, die sich von ihm bedrängt fühlte und sich wehren wollte.

In der Folge begann er, ihr zu drohen, sie wurde krank und verliess die Firma schliesslich mit einer hohen Abfindung. Er bekam zwar einen Verweis für sein Verhalten, wurde aber kurz darauf trotzdem befördert. Intern hielten sich die Gerüchte, der Mitarbeiter sei von oben geschützt, der Fall vertuscht worden.

Externe Firma soll die Vorgänge prüfen

Zwar hatte EY Zürich den Fall intern untersuchen lassen, aber keineswegs unabhängig. Zudem gab es Ungereimtheiten. Europa-Chefin Teigland versprach nun in der internen Mail, die Sache erneut prüfen zu wollen – diesmal von einer externen Firma. Sie kündigte auch strenge disziplinarische Massnahmen an gegen alle, welche den EY Global Code of Conduct missachtet hätten.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 14.12.2018, 15:50 Uhr

Artikel zum Thema

«Zeig doch deine Assets ;-) ;-)»

#MeToo bei Ernst & Young: Ein Kader-Mitarbeiter soll jüngere Kolleginnen sexuell belästigt haben. Die Firma weist die Vorwürfe zurück. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Ganz in weiss: Josephine Skriver posiert vor der Vorführung des Films «Roubaix, une lumière» in Vannes auf dem roten Teppich. (22. Mai 2019)
(Bild: Stephane Mahe) Mehr...