Ex-Chef der Bank of America muss persönlich büssen

Kenneth Lewis, ehemaliger Chef der Bank of America, einigte sich mit der Staatsanwaltschaft auf einen Vergleich über 10 Millionen Dollar. Ihm werden Fehler bei der Übernahme von Merrill Lynch vorgeworfen.

Wird für drei Jahre gesperrt: Ex-Chef der Bank of America, Kenneth Lewis. (Archivbild)

Wird für drei Jahre gesperrt: Ex-Chef der Bank of America, Kenneth Lewis. (Archivbild) Bild: Keystone

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Mehr als fünf Jahre nach der verhängnisvollen Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch durch die Bank of America muss sich deren damaliger Chef für das Geschäft verantworten. Der Banker bezahlt im Rahmen eines Vergleichs 10 Millionen Dollar Strafe.

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft wirft Kenneth Lewis vor, steigende Verluste bei Merrill Lynch vor den Anteilseignern der Bank of America verheimlicht zu haben, damit diese den Zukauf billigen. Im Rahmen eines Vergleichs, der am Mittwoch bekannt gemacht wurde, muss die Bank of America nun 15 Millionen Dollar zahlen und Lewis selbst 10 Millionen Dollar.

Drei Jahre gesperrt

Zudem darf Lewis drei Jahre lang kein börsennotiertes Unternehmen als Manager führen oder als Verwaltungsratsmitglied kontrollieren. Das zeitgleich eingeleitete Betrugsverfahren gegen den damaligen Finanzchef Joe Price läuft weiter. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte beide Verfahren im Jahr 2010 eröffnet.

Es ist einer der seltenen Fälle, in denen ein Bankchef persönlich für Verfehlungen aus den Zeiten der Finanzkrise zur Rechenschaft gezogen wird. Wegen der Übernahme von Merrill Lynch war die Bank of America bereits in teure Rechtsstreitigkeiten mit Anlegern verwickelt und zahlte 2012 in einem Vergleich 2,4 Milliarden Dollar.

Bank of America zahlt Milliardenvergleich

Die Bank of America hat sich in einem Rechtsstreit um dubiose Hypothekengeschäfte auf eine Vergleichszahlung von 9,33 Milliarden Dollar geeinigt. Das gab die zuständige US-Aufsichtsbehörde FHFA am Mittwoch bekannt. Demnach fliessen 6,4 Milliarden Dollar an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Zudem kauft die Bank of America den Unternehmen Hypothekenpapiere im Wert von mehr als drei Milliarden Dollar wieder ab.

2011 hatte die FHFA 18 Finanzhäuser verklagt, die Fannie Mae und Freddie Mac hypothekengesicherte Wertpapiere verkauft hatten. So sollen die Banken die enthaltenen Hauskredite falsch dargestellt haben. Als zwischen 2006 und 2008 jedoch die Immobilienblase in den USA platzte, brachen die Preise für die von der Bank of America veräusserten Hypothekenwerte massiv ein. Milliarden von Dollar gingen verloren. Letztlich mussten Freddie Mac und Fannie Mae 2008 mit Steuergeld vor dem Ruin gerettet werden. (chk/sda/AP)

Erstellt: 27.03.2014, 03:46 Uhr

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