Facebook gab Firmen wie Netflix Zugang zu Nutzerdaten

Weitere Vorwürfe gegen den Social-Media-Riesen: Einigen Unternehmen wurde bevorzugter Zugang zu Daten gewährt.

Vermehrt im Fokus der Behörden: Gründer und CEO von Facebook, Mark Zuckerberg, bei seiner Anhörung im US-Senat am 10. April 2018.

Vermehrt im Fokus der Behörden: Gründer und CEO von Facebook, Mark Zuckerberg, bei seiner Anhörung im US-Senat am 10. April 2018. Bild: Andrew Harnik/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Negativschlagzeilen bei Facebook reissen nicht ab. Internen Dokumenten zufolge gab das weltgrösste Internetnetzwerk einigen Unternehmen wie Netflix und der Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb bevorzugten Zugang zu bestimmten Nutzerdaten wie etwa Kontakten zu Freunden.

Dies sei 2015 geschehen, wie aus am Mittwoch von dem britischen Abgeordneten Damian Collins veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Auch die Dating-App Badoo sowie der Fahrdienst Lyft hätten Zugriff auf Daten gehabt, der anderen Unternehmen verwehrt worden sei.

Es ist weiterhin unklar, wann die Vereinbarungen genau endeten. Der US-Konzern erklärte: «Die Fakten sind klar. Wir haben niemals die Informationen von Menschen verkauft.»

Facebook steht spätestens seit dem Datenskandal rund um die britische Analysefirma Cambridge Analytica im Visier von Behörden und Politikern. Dabei sollen Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern im US-Präsidentschaftswahlkampf missbraucht worden sein.

Weltweit sind seither Rufe laut geworden, das Netzwerk - zu dem Whatsapp und Instagram gehören - stärker zu regulieren. Die Analysten des Finanzdienstleisters Stifel stuften das Rating von Facebook mit Verweis auf mögliche Beschränkungen zurück.

Facebook: «Aus Kontext gerissen»

Der Social-Media-Experte Collins erhielt die 223 Seiten umfassenden Dokumente von dem App-Entwickler Six4Three, der nicht mehr am Markt ist und einen Gerichtsstreit mit Facebook austrägt. Der US-Konzern erklärte, die Unterlagen seien «selektiv geleakt» worden, aus dem Kontext gerissen und stünden im Lichte des Gerichtsverfahrens.

Collins betonte, er habe die Dokumente veröffentlichen müssen, da sie «wichtige Fragen aufwerfen, hinsichtlich der Frage, wie Facebook mit Nutzerinformationen umgeht, mit Appentwicklern zusammenarbeitet und seine dominierende Postion im Markt für Soziale Medien ausübt.»

Aus den Unterlagen gehen weitere umstrittene Methoden hervor. So deutete Collins an, dass das Netzwerk beispielsweise Twitter ab 2013 keinen Zugriff mehr auf Facebook-Nutzer gab.

Dies soll in Zusammenhang mit der Markteinführung der Videoplattform Vine gestanden haben. Zudem zeigen die Dokumente, wie Facebook 2015 Anrufprotokolle von Nutzern von Android-Smartphones sammelte, ohne zuvor entsprechende Genehmigungen einzuholen. (sep/sda)

Erstellt: 06.12.2018, 11:42 Uhr

Artikel zum Thema

Stück für Stück zugegeben und jetzt heftig unter Druck

Sheryl Sandberg passte eine Davoser WEF-Rede nicht. Nun kommen Details einer Reaktion von Facebook ans Licht – und Rücktrittsforderungen werden laut. Mehr...

Meine Gedanken gehören mir

#12 Facebook hat dieses Jahr sein wahres Gesicht entblösst. Zeit für einen Aufstand gegen den Sklavenhalter. Mehr...

Facebook hat den «War Room» geschlossen

Digital kompakt Nun, da die US-Wahlen durch sind, wird das Spezialteam nicht mehr benötigt. Und ein US-Gericht diskutiert über Apples App Store. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Die Welt in Bildern

Rochen statt Rentier: Ein als Weihnachtsmann verkleideter Taucher gesellt sich zu den Bewohnern des Ceox-Aquariums in Seoul. Südkorea ist das einzige ostasiatische Land, das Weihnachten als nationalen Feiertag anerkennt. (7. Dezember 2018)
(Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images) Mehr...