Fall Adoboli: UBS droht hohe Geldstrafe

Der Ex-Börsenhändler Kweku Adoboli hat heute vor einem Londoner Gericht auf nicht schuldig plädiert. Ihm wird Betrug und Bilanzfälschung vorgeworfen. Für die UBS könnte der Fall noch teurer zu stehen kommen.

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Der vom Börsenhändler Kweku Adoboli verursachte Milliardenverlust könnte auch für seinen ehemaligen Arbeitgeber weitere Folgen haben. Gemäss dem «Wall Street Journal» erwägen die Regulierungsbehörden in Grossbritannien und in der Schweiz Massnahmen gegen die UBS zu ergreifen, wegen Mängeln in der internen Kontrolle. Dies hätten dem Verfahren vertraute Personen der Wirtschaftszeitung berichtet.

Die britische Finanzaufsicht hat bei Verstössen gegen die Auflagen zur Risikokontrolle die Möglichkeit, hohe Geldstrafen auszusprechen. In der Schweiz könnte die Finma personelle Wechsel bei der Bank anordnen. In Grossbritannien sollen die Ermittlungen bis Mitte Februar abgeschlossen werden. Die UBS hat derweil eine eigene interne Untersuchung zu Ende gebracht, das Resultat jedoch noch nicht publiziert, um den Behörden im Fall Adoboli nicht vorzugreifen.

Plädiert auf nicht schuldig

Der 31 Jahre alte Kweku Adoboli wurde am 15. September verhaftet, nachdem er als UBS-Händler mit Spekulationsgeschäften 2,3 Milliarden Franken in den Sand gesetzt hatte. Der damalige UBS-Chef Oswald Grübel trat ihn der Folge zurück. Adoboli wird Betrug und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Heute fand die erste Anhörung in London statt. Adoboli hat auf nicht schuldig plädiert. Er wies bei der Anhörung in allen vier Anklagepunkten eine Schuld zurück. Mit diesem formalen Akt kann das Hauptverfahren in dem Fall eingeleitet werden. Als vorläufigen Prozessbeginn legten die Richter den 3. September fest. Adoboli soll bis dahin in Untersuchungshaft bleiben.

Da der Händler auf unschuldig plädiert, könnten die darauf folgenden Untersuchungen für die UBS peinliche Details ans Licht bringen. Wäre Adoboli geständig gewesen, hätte es für die Grossbank wohl geringere Konsequenzen gehabt. Beobachter gehen nun davon aus, dass in dem nun fälligen Prozess das Handels-Überwachungssystem der UBS zur Sprache kommen wird.

Adoboli hatte bei der UBS im Rang eines Direktors im Handel mit Exchange Traded Funds (ETF) gearbeitet. Der Handelsskandal führte Ende September zum Rücktritt des damaligen UBS-Chefs Oswald Grübel. (jak)

Erstellt: 30.01.2012, 11:48 Uhr

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