Flugchaos verursacht Schaden in Milliardenhöhe

Die Flugausfälle kosten die Airlines täglich ein Vermögen. Andere Branchen hingegen profitieren vom Ausnahmezustand.

Ein Horror für die Airlines: Die Flugtafel auf dem Flughafen im britischen Birmingham.

Ein Horror für die Airlines: Die Flugtafel auf dem Flughafen im britischen Birmingham. Bild: Reuters

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Die Lähmung des Flugverkehrs in Europa verursacht nach Einschätzung von Experten täglich Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar. Dies sei eine «erste vorsichtige Schätzung», hiess es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Weltluftfahrtverbandes IATA in Genf.

«Bei dem derzeitigen Störungsgrad» lägen die Kosten für die Fluggesellschaften bei täglich mehr als 200 Millionen Dollar, erklärte IATA-Sprecher Anthony Concil. Neben den Einnahmeverlusten kämen weitere Kosten hinzu, etwa für die Änderung der Flugrouten oder die Betreuung festsitzender Maschinen und Passagiere.

Die Flugpost bleibt am Boden

Wegen der Flugausfälle in Europa bleiben zudem zahlreiche Pakete und Briefe liegen. In die und aus den für den Flugverkehr gesperrten Gebiete konnte keine Luftpost transportiert werden, wie die Deutsche Post am Freitag mitteilte. «Wir haben versucht, das, was möglich war, über die Strasse und per Schiff zu transportieren», sagte der Sprecher der Post-Frachtsparte DHL, Jörg Wiedemann, dem DAPD. Eine Grössenordnung konnte Wiedemann zunächst nicht nennen.

Alles, was ausserhalb der für den Luftverkehr gesperrten Zonen liege, habe beliefert werden können, also etwa die USA oder Asien, sagte Wiedemann. Was zurzeit geschehe, gehe natürlich «über das normale Mass hinaus», sagte er. «Wir hoffen natürlich, dass das so bald wie möglich vorbei ist.»

Lufthansa Cargo teilte mit, dass am Freitag alle Flüge gestrichen worden seien. Geplant sei, dass der Flugverkehr am Samstag langsam wieder aufgenommen werden könne, um 20.00 Uhr seien dann auch wieder Starts geplant. Bis Freitagabend seien 24 Einzelflüge gestrichen worden, sagte ein Sprecher. Wenn die Frachtflugzeuge wieder starten und landen könnten, seien zusätzliche Flüge geplant, um die Ausfälle auszugleichen.

Videokonferenzen boomen

Derweil sind die Geschäftsleute erfinderisch geworden. Die internationalen Meeting werden virtuell über Videokonferenzen ausgetragen. Das berichtete der Dienstleister Regus am Freitag in Düsseldorf. Bei dem weltweit führenden Anbieter von Videokonferenzstudios wurden am Donnerstag in Grossbritannien 38 Prozent mehr Videokonferenzen gebucht als üblich. In Deutschland lag das Plus bei zwölf Prozent.

(jak/sda/ddp)

Erstellt: 16.04.2010, 18:47 Uhr

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