Frau bringt Waffe durch Sicherheitskontrolle

Der Shutdown in den USA hält an und nährt Sorgen um die Flugsicherheit. Eine Reisende ist nun mit einer Pistole im Handgepäck abgeflogen.

Sicherheitskontrolle am Flughafen in der US-Stadt Atlanta.

Sicherheitskontrolle am Flughafen in der US-Stadt Atlanta. Bild: John Bazemore/Keystone

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Die Regierungskrise in den USA hält an. Mit 25 Tagen ist es damit der längst Shutdown in der Geschichte des Landes. Betroffen sind 800'000 Bundesbedienstete, die auch in sicherheitssensiblen Bereichen wie der Flugsicherheit arbeiten. Viele Mitarbeiter haben seit Wochen keine Bezahlung mehr erhalten.

Am grössten Flughafen der Welt, dem Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport, hat sich nun ein Zwischenfall ereignet, der für Aufruhr sorgt. Eine Frau ist mit einer Waffe durch die Sicherheitskontrolle gelangt, ohne erwischt zu werden. Die Passagierin flog daraufhin mit Delta Airlines nach Tokio und am selben Tag wieder zurück in die USA.

Hunderte Beamte krankgemeldet

Die Frau habe die Waffe in ihrem Handgepäck vergessen, teilte die Transportsicherheitsbehörde (TSA) der USA mit. Das Ganze sei nicht Teil eines Tests gewesen. Am Kontrollpunkt seien die Standardverfahren nicht eingehalten worden, erklärte die Behörde. Das japanische Verkehrsministerium machte diese denn auch für den Fall verantwortlich und verlangte, dass diese Massnahmen treffe.

Der Fall hatte sich am 3. Januar ereignet – am 13. Tag des Shutdowns. Seit Anfang Jahr machen Berichte die Runde, dass sich Hunderte Beamte der TSA krankgemeldet hätten. Auch Gewerkschafter meldeten zuletzt, dass bei der Flugsicherheitsbehörde in den vergangenen Wochen deutlich mehr Mitarbeiter krankheitsbedingt der Arbeit ferngeblieben seien als sonst.

Waffen oft nicht erkannt

Die TSA wies derweil zurück, dass der Shutdown etwas mit dem Ereignis in Atlanta zu tun habe. Am betreffenden Tag habe eine normale Anzahl von Mitarbeitenden gearbeitet. «Die nationale ausserplanmässige Abwesenheitsrate der TSA-Mitarbeiter am Donnerstag, den 3. Januar 2019, betrug 4,8 Prozent gegenüber 6,3 Prozent im Vorjahr, Donnerstag, den 4. Januar 2018», teilte die Behörde dem Nachrichtensender CNN mit. Man werde die Verantwortlichen für die Sache zur Rechenschaft ziehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass TSA-Angestellte Mühe haben, Waffen zu entdecken. 2015 wurde der Chef der Behörde ausgewechselt. Grund waren Berichte, dass bei Tests von verdeckten Ermittlern bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen in 95 Prozent der Fälle Waffen und Sprengstoffe nicht erkannt wurden.

Regierung verklagt

Am Montag blieben an zahlreichen Flughäfen Sicherheitskontrollen geschlossen – auch in Atlanta. Die Sprecherin des Flughafens, Elise Durham, sagte dem Nachrichtensender CNBC, Grund dafür sei der Shutdown. Reisende mussten stundenlang anstehen, um die offenen Sicherheitschecks zu passieren. Ihnen wurde empfohlen, drei Stunden vor einem Inland-Flug am Flughafen zu sein.

Auch der Miami International Airport kündigte an, in den kommenden Tagen ein Terminal früher zu schliessen. Hintergrund sei das Fehlen von Sicherheitspersonal, das am Zahltag am letzten Freitag ebenfalls leer ausgegangen war.

Zuletzt hatten die Gewerkschaften der Flugsicherheit und der Flugsicherungsinspektoren sowie verschiedene Flugexperten Erklärungen abgegeben und die Folgen des Shutdowns verurteilt. Die Gewerkschaft der Fluglotsen verklagte die Regierung von US-Präsident Donald Trump letzte Woche wegen ausgebliebener Lohnzahlungen während des Shutdowns. Sie sollten sich darauf konzentrieren können, Flugzeuge sicher zu landen, und nicht durch finanzielle Nöte abgelenkt werden, erklärte die National Air Traffic Controllers Association.

Die TSA und Luftfahrtexperten hatten derweil stets erklärt, dass Fliegen weiterhin sicher sei. «Sicherheitsstandards werden nicht kompromittiert und sind auch nicht kompromittiert worden», twitterte zuletzt etwa Michael Bilello, TSA-Assistent für öffentliche Angelegenheiten.

Erstellt: 15.01.2019, 15:59 Uhr

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