«Fuel tankering» auch bei der Swiss

BBC zeigt auf, wie Airlines Geld sparen und damit das Klima belasten. Nun nimmt die Swiss Stellung – und will reagieren.

Einmal volltanken bitte: Teils fliegen Maschinen mit so viel Kerosin zum Zielort, dass es gleich für den Rückflug auch noch reicht. Foto: Keystone (Symbolbild)

Einmal volltanken bitte: Teils fliegen Maschinen mit so viel Kerosin zum Zielort, dass es gleich für den Rückflug auch noch reicht. Foto: Keystone (Symbolbild)

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Am Montag hat BBC aufgezeigt, wie Airlines mit viel mehr Kerosin durch Europa fliegen, als sie benötigen, und so das Klima zusätzlich belasten. Die Praxis wird «fuel tankering» genannt und aus Kostengründen eingesetzt. Wenn am Zielflughafen das Kerosin teurer ist als am Startort, werden die Tanks so voll wie möglich gefüllt, um für den Rückflug nicht nachtanken zu müssen.

Auch die Swiss nutzt diese Taktik, wie sie nun zugibt. «In Europa nutzen wir ‹fuel tankering› auf ausgewählten Strecken», sagt Mediensprecherin Meike Fuhlrott auf Anfrage. Das mache man dort, wo es aus wirtschaftlichen und operationellen Gründen sinnvoll sei. Die internationale Organisation Eurocontrol hat dies genau untersucht: Im europäischen Luftverkehr sind die Gründe in 90 Prozent der Fälle wirtschaftlicher Art, die Airlines sparen also Geld, wenn sie billigeres Kerosin mitnehmen. Nur in 10 Prozent geht es darum, am Boden nicht nachtanken und so keine Zeit verlieren zu müssen.

«Profit vor Umwelt»

Das Problem beim «fuel tankering»: Die Flugzeuge werden durch das zusätzliche Kerosin schwerer, verbrauchen mehr Treibstoff und stossen damit auch mehr CO2 aus. Eurocontrol hat ausgerechnet, dass in Europa jährlich rund 900'000 Tonnen des Treibhausgases zusätzlich emittiert werden. Die Airlines sparen damit rund 290 Millionen Franken (lesen Sie hier, wie «fuel tankering» funktioniert und wie es sich auf das Klima auswirkt).

«Profit statt Planet», nennt Greenpeace UK das «fuel tankering». Es sei ein klassisches Beispiel, wie Unternehmen das eigene Portemonnaie vor die Umwelt stellten. Es sei heuchlerisch, wenn die Fluggesellschaften ihre Klimabemühungen hervorstreichen würden, gleichzeitig aber kein Problem damit haben, noch mehr CO2 auszustossen, um etwas Geld zu sparen.

Die Swiss ist sich der ökologischen Bedenken bewusst. Man verzichte deshalb seit längerem auf «fuel tankering» bei Langstreckenflügen, sagt Mediensprecherin Fuhlrott. Und auch auf Europaflügen gelobt die Swiss nun Besserung: «Wir sind uns der ökologischen Implikationen bewusst und prüfen aktuell Anpassungen.» (anf)

Erstellt: 12.11.2019, 17:49 Uhr

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