Fusion in der Schweizer Immobilienbranche

Der Immobiliendienstleister Privera übernimmt die Konkurrentin Graf Riedi. Mit dieser Fusion entsteht schweizweit eines der grössten Unternehmen in der Immobilienbranche.

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In Bern entsteht ein neues Schwergewicht in der Immobilienbranche. Die beiden Inhaber der Immobilienfirma Graf Riedi, Thomas Graf und Gian-Marco Riedi, verkaufen ihr Unternehmen an den national tätigen Immobiliendienstleister Privera, der seinen Hauptsitz in Bern hat. Damit entsteht laut den Firmen der schweizweit grösste unabhängige Immobilientreuhänder, der sämtliche Dienstleistungen erbringt (Bewirtschaftung, Vermarktung, Unterhalt und Baumanagement). Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Über 3500 Liegenschaften

Die Graf Riedi beschäftigt in Bern und an einer Niederlassung in Solothurn rund 50 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von zirka sieben Millionen Franken. Privera betreut schweizweit über 3500 Wohn- und Geschäftsliegenschaften. In Bern und an zwölf weiteren Niederlassungen in der Schweiz arbeiten 300 Mitarbeitende für Privera, und über 1000 Hauswarte stehen unter Vertrag. Der Umsatz von Privera beträgt 60 Millionen Franken, und das Anlagevolumen aller verwalteten Liegenschaften liegt bei über 20 Milliarden Franken.

Beide Firmen werden bis auf weiteres mit den bestehenden Namen am Markt auftreten. Entlassungen wegen der Fusion sind nicht vorgesehen. Der Vorsitz der neuen Geschäftsleitung hat der bisherige Chef von Privera, Urs Lerch.

«Mit der Fusion können wir unsere Angebotspalette auf die ganze Schweiz ausweiten», begründet Thomas Graf den Verkauf seiner Firma. Gerade grosse Kunden, die in der ganzen Schweiz Liegenschaften besitzen, möchten zunehmend nur einen Ansprechpartner. Aus diesem Grund habe die Graf Riedi AG in der Vergangenheit Kunden verloren. «Das hat nun ein Ende», sagt Gian-Marco Riedi.

Man kennt sich seit Jahren

Die führenden Köpfen der beiden Unternehmen kennen sich seit vielen Jahren und pflegen eine freundschaftliche Beziehung. «Das hat für den Zusammenschluss eine wesentliche Rolle gespielt», sagt Lerch. Das ist auch der Grund, warum der Zusammenschluss unter dem Motto «Friends go together» steht.

«Wir haben bei den Vorbereitungen der Fusion einen unglaublichen ‹Spirit› entwickelt», sagt Lerch. Diesen Geist wolle man nützen, um die beiden Unternehmen weiterzubringen. Das Trio Lerch Graf und Riedi möchte in Zukunft beispielsweise auch selber Bauprojekte planen und realisieren.

Hauptsitz bleibt in Bern

«Bern als Hauptsitz der beiden Firmen erfährt mit dem Zusammenschluss eine deutliche Stärkung als Standort und im Marktauftritt», ist Privera-Chef Lerch überzeugt. Nachdem der Bauriese Implenia im vergangenen Frühling die ehemalige Tochterfirma für 27,2 Millionen Franken an die Westschweizer Beteiligungsfirma Bugena verkauft hatte, war der Hauptsitz Bern nicht mehr sicher. Genf oder Zürich waren als Hauptsitz im Gespräch. «In der Stadt und Region Bern hat Privera lediglich 10 Prozent des Umsatzes erzielt», erklärt Lerch. Mit dem Zukauf von Graf Riedi sei dieser Anteil nun auf 25 Prozent angestiegen. Die Privera ist Anfang der 1990er-Jahre aus der Konkursmasse der bekannten Kleinert-Gruppe hervorgegangen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.12.2008, 07:47 Uhr

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