Geheimnis gelüftet: Glencore ist 61 Milliarden wert

Glencore gab sich bis anhin verschwiegen, wenn es um die Details des Börsengangs ging. Nun nennt das Schweizer Unternehmen erstmals Fakten. Ein Investor aus Abu Dhabi zeigt offenbar grosses Interesse.

Der Börsenhandel der Glencore-Aktie wird diesen Mai eröffnet: Firmenhauptsitz in Baar.

Der Börsenhandel der Glencore-Aktie wird diesen Mai eröffnet: Firmenhauptsitz in Baar. Bild: Keystone

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Der Rohstoffhändler Glencore ist auf Kurs für den wohl grössten Börsengang, den London je erlebt hat. Investoren werden die Aktien für 480 und 580 Pence je Stück erwerben können, wie Glencore bekannt gibt. Damit wird der Konzern auf Einnahmen von umgerechnet rund zehn Milliarden Dollar kommen.

Mit etwa 7,9 Milliarden Dollar soll der grösste Teil aus einer Kapitalerhöhung kommen, dazu kommen etwa 2,1 Milliarden Dollar aus dem Besitz der Altaktionäre. Der weltgrösste Rohstoffhändler aus Baar ZG wird damit im Schnitt mit 61 Milliarden Dollar bewertet – so viel wie die meisten Experten seit längerem auch geschätzt hatten.

Wichtige Grossinvestoren

Das Debüt in London ist für den 19. Mai geplant. Ab dem 25. Mai können die Papiere auch in Hongkong gehandelt werden.

Das bislang äusserst verschwiegene Unternehmen will 15 bis 20 Prozent seiner Anteile über die Börse verkaufen. Glencore konnte nach eigenen Angaben wichtige Grossinvestoren gewinnen, die 31 Prozent der zu verkaufenden Aktien übernehmen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist darunter auch ein Investor aus Abu Dhabi, IPIC Aabar. Die Firma beteiligt sich mit 850 Millionen Dollar am Börsengang.

Im Blue-Chip-Index vertreten

Es gilt als wahrscheinlich, dass Glencore angesichts seiner Grösse mit der Notiz in London schon am Ende des ersten Handelstages in den FTSE 100 aufsteigen wird, der Index der 100 grössten und umsatzstärksten Unternehmen an der Londoner Börse.

Das hat es seit 25 Jahren nicht mehr gegeben. Überhaupt haben das bislang mit dem Telekomriesen BT und dem Energiekonzern BG nur zwei Firmen zuvor geschafft.

Gemessen an seinem Umsatz von 145 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr ist Glencore der grösste Konzern der Schweiz - noch vor dem Lebensmittelriesen Nestlé, dem Pharmakonzern Novartis und der Grossbank UBS. Glencore, das seinen Sitz im steuergünstigen Baar ZG hat, will sich angesichts des Booms bei Rohstoffen mit den Erlösen des Börsengangs für Übernahmen rüsten.

Zuversichtliche Geschäftsprognose

Wie der Rohstoffhändler am Mittwoch weiter bekannt gab, profitierte der Geschäftsgang im ersten Quartal des laufenden Jahres von den weiter verbesserten Marktbedingungen. Diese hätten sich auch in das zweite Quartal fortgesetzt. Insgesamt hätten sich die Geschäfte im Rahmen der Erwartungen des Managements entwickelt.

Trotz der jüngsten Ereignisse in Japan und im arabischen Raum gibt sich die Unternehmensführung zuversichtlich, dass die Rohstoffnachfrage robust bleibt. Man sei für den weiteren Verlauf des Jahres gut positioniert.

Insbesondere bestätigt das Unternehmen seine Absicht, im August 2011 gleichzeitig mit der Publikation der Sechsmonatszahlen eine Zwischendividende von 350 Millionen Dollar auszugeben. (mrs/bru/sda)

Erstellt: 04.05.2011, 13:03 Uhr

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