Giftstoffe in Kinderregenjacke der Migros

Greenpeace stellt der Jacke der Migros-Eigenmarke Trevolution ein schlechtes Zeugnis aus. Sie enthält gesundheitsgefährdende Stoffe. Der Grossist nimmt die Jacke aus dem Sortiment.

«Entspricht nicht den Migros-Qualitätskriterien»: Die Regenjacke Trevolution.

«Entspricht nicht den Migros-Qualitätskriterien»: Die Regenjacke Trevolution. Bild: zVg Greenpeace/Hina Strüver

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Migros hat aufgrund eines Schadstoffberichts der Umweltorganisation Greenpeace eine Kinderregenjacke aus dem Sortiment genommen. Dies berichtet heute der «Blick» (Artikel online nicht verfügbar). «Die höchste Schadstoffkonzentration wurde in der Kinderregenjacke der Migros-Marke Trevolution gefunden», schreibt die Organisation in ihrem Bericht.

Die Trevolution-Regenjacke enthielt sowohl hohe Konzentrationen an gesundheitsschädlichen Weichmachern, sogenannten Phthalaten, sowie an Fluortelomeralkoholen (FTOH). Die Konzentration der FTOH sei die höchste, die Greenpeace je in Outdoorkleidern gemessen habe. Getestet wurden laut Greenpeace vier Kleidungsstücke der Eigenmarken der Migros sowie drei der Eigenmarken von Coop. Bei den getesteten Artikeln handelte es sich um drei T-Shirts, eine Jogginghose, eine Bluse, ein Hemd sowie eine Kinderregenjacke.

«Regenjacke entspricht nicht den Qualitätskriterien»

Die Migros betonte gegenüber dem «Blick» zwar, dass die nachgewiesenen Stoffe unter den Grenzwerten lägen. Trotzdem verkauft sie das Kleidungsstück per sofort nicht mehr. «Die Kinderregenjacke entspricht nicht den Migros-Qualitätskriterien», sagte der Detailhändler auf Anfrage. Man habe mit dem Programm Eco bereits 1996 begonnen, schädliche Chemikalien aus der Produktion der Textilien auszuschliessen.

Doch auch die Kleidungsstücke der Coop-Eigenmarken Naturaline, Code of Casual und Nulu schnitten nicht einwandfrei ab. Coop-Sprecher Urs Meier bedauerte die Befunde. Wir unterstützen die Greenpeace-Kampagne und möchten unseren Beitrag leisten, damit die Verwendung von gefährlichen Chemikalien gestoppt wird», sagte er gegenüber der Zeitung. Coop will zudem bis 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus der Produktionskette verbannen.

Hormonähnliche Schadstoffe

Fluortelomeralkohole werden zur Kunstfaserbeschichtung verwendet und haben eine wasser- und fettabweisende Wirkung. Bei diesen Kohlenstoff-Fluorverbindungen handelt es sich um die stabilsten überhaupt in der organischen Chemie. Deshalb können sie, wenn sie erst mal in die Umwelt gelangen, kaum mehr abgebaut werden. Auch die sogenannten Phthalate gelten als sehr problematisch, denn sie wirken wie Hormone und können bei Männern zu Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes führen. (heb)

Erstellt: 13.02.2013, 10:46 Uhr

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