Glencore als Helferin bei umstrittenen Banken-Deals

Ein Bericht des US-Senats beschuldigt den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore, sich an umstrittenen Aluminiumgeschäften der US-Bank Goldman Sachs beteiligt zu haben.

Mit Transporten von einem Lager ins andere Lager US-Vorschriften ausgehebelt: Aluminium-Barren, hier beim russischen Produzenten Rusal in Krasnoyarsk. (18. Mai 2011)

Mit Transporten von einem Lager ins andere Lager US-Vorschriften ausgehebelt: Aluminium-Barren, hier beim russischen Produzenten Rusal in Krasnoyarsk. (18. Mai 2011) Bild: Ilya Naymushin/Reuters

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Das Verschieben von Aluminium brachte dem Rohstoffkonzern Glencore mit Sitz in Baar ZG laut einem Bericht Millionen ein. Der US-Senat wirft den Banken vor, die Wartezeiten für Aluminiumlieferungen verlängert und damit möglicherweise die Preise in die Höhe getrieben haben. Neben den Banken spielten gemäss dem Bericht aber auch Rohstoffkonzerne wie Glencore eine Rolle, wie die «Handelszeitung» am Donnerstag berichtete. Glencore wollte den Senatsbericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Exemplarisch lässt sich demnach der Fall am Beispiel Goldman Sachs zeigen: Die Bank war 2010 mit dem Kauf des Lagerhausbetreibers Metro in das Geschäft eingestiegen. Danach stiegen die Wartezeiten für Aluminiumlieferungen in den Metro-Lagerhäusern in Detroit von 40 auf über 600 Tage. Um schneller an eine Lieferung zu kommen, musste eine Prämie bezahlt werden.

Rechnung über 11 Millionen Dollar

Zwar sind die betroffenen Lagerhäuser von der Börse London Metal Exchange (LME) zertifiziert und unterstehen deshalb gewissen Auflagen. So müssen bei Bedarf täglich mindestens 3000 Tonnen Aluminium pro Lager ausgeliefert werden. Durch Lagerverschiebungen, sogenannten «Merry-go-round» (Karussellfahrten), umging die Bank die Auflage jedoch.

In einem Deal mit Glencore im vergangenen Jahr bot sie laut dem Bericht dem Rohstoffkonzern eine Prämie von 198 Dollar pro Tonne Aluminium, die Glencore von einem Metro-Lagerhaus in ein anderes verschob. Die Transaktion umfasste 91'400 Tonnen.

Durch die Verschiebung erfolgte zwar regelkonform eine Auslieferung - allerdings blieb das Aluminium weiter in den Lagerstätten. Insgesamt habe Glencore Metro 11 Millionen Dollar in Rechnung gestellt, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Verschärfte Regulierung gefordert

Firmen wie Coca-Cola oder MillerCoors, die Aluminium für ihre Getränkedosen brauchen, beschweren sich schon länger über die Praktiken. Ende August hatte ein US-Gericht allerdings eine entsprechende Sammelklage gegen die Grossbanken Goldman Sachs und JPMorgan Chase sowie Glencore fallen gelassen. Die Klage bündelte 26 Einzelklagen von Aluminium verarbeitenden Firmen.

Diese warfen den Beklagten vor, das Metall in Lagerstätten zu horten, um so die Preise in die Höhe zu treiben. Die Richterin Katherine Forrest kam jedoch zum Schluss, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Beschuldigten die Preise absichtlich manipulieren wollten, auch wenn ihr Vorgehen Auswirkungen auf den Aluminium-Markt gehabt habe. Das sei eher das Resultat von Geschäften zur Gewinnmaximierung als von Verschwörung.

Zwar beschäftigt der Fall die amerikanischen Behörden weiter. Wahrscheinlicher als juristische Konsequenzen dürften aber verstärkte Regulationen sein. So drängt die verantwortliche Kommission des Senates vor allem auf eine stärkere Regulierung. Auch die Börse LME will ihre Reglemente anpassen. (rub/sda)

Erstellt: 27.11.2014, 16:46 Uhr

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