«Google gehört in Zürich zu den 100 grössten Steuerzahlern»

Auf dem Hürlimann-Areal in Zürch hat Google heute ein neues Gebäude eingeweiht. Mit dabei: Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch. Und sie nahm zum brisanten Thema Steuern Stellung.

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Mittlerweile arbeiteten 1100 «Zoogler», wie die Google-Mitarbeiter in Zürich genannt werden, in der Limmatstadt, sagte Warnking an der Eröffnung vor den Medien. Damit sei Zürich der grösste Forschungs- und Entwicklungsstandort von Google ausserhalb der USA. Vor der Eröffnung des neuen Gebäudes waren es rund 800 Angestellte gewesen.

Damit zähle Google zu den 50 grössten privaten Arbeitgebern in Zürich, sagte Mauch in ihrer Rede. Zürich sei heute ein anerkanntes Zentrum der Informationstechnologie. Der Stadtrat wolle diese Rolle weiter fördern. Und offenbar zahlt sich die Anwesenheit des Internetriesen in Zürich inzwischen auch für den Fiskus aus: «Google gehört in Zürich zu den 100 grössten Steuerzahlern», so Mauch im Video-Interview mit Keystone (siehe Kasten links).

Der US-Konzern hatte im Jahre 2004 in Zürich mit zwei Mitarbeitern die erste Niederlassung ausserhalb der USA gegründet. Im März 2008 wechselte Google aufs Hürlimann-Areal. Dort wuchs man kontinuierlich weiter, weshalb Google ein zusätzliches Gebäude neben dem bisherigen Sitz bezog.

«Wenn die Ansiedlung von Google im Jahr 2004 eine kleine Sensation war, ist das kräftige Wachstum in der Limmatstadt die wahre Erfolgsgeschichte», sagte Mauch.

Viele Vorteile in Zürich

«Google ist aus verschiedenen Gründen in die Schweiz gekommen», sagte Warnking. Hier herrsche ein sehr geschäftsfreundliches Klima. Die hiesige Wirtschaft sei immer mehr mit dem Internet verflochten. Und die Schweizer seien sehr internetaffin. Bei der Nutzung von Mobilfunkgeräten stünden die Schweizer an der Spitze in Europa.

Für Zürich als Standort sprächen die zentrale Lage in Europa, die hervorragende Infrastruktur und Lebensqualität sowie die Nähe zum Flughafen.

Weitere Vorteile seien der hohe Bildungsstand und die Nähe zur ETH Zürich und EPFL Lausanne. «Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Universitäten», sagte der Google-Schweiz-Chef. Zudem werde sich Google noch aktiver bei der Förderung von Jungunternehmen (sog. Start-ups) engagieren.

Viele Erfindungen

In Zürich habe Google eine Reihe von Diensten für Internetnutzer in der ganzen Welt entwickelt. So wurde hier beispielsweise die Routensuche auf Google Maps für Velofahrer entwickelt, erklärte der Entwicklungsverantwortliche Oliver Heckmann.

Auch die Routensuche mit dem öffentlichen Verkehr habe man in Zusammenarbeit mit der SBB geschaffen. Dafür seien mittlerweile über 1 Million Haltestellen erfasst worden. Auch Anwendungen für den Emaildienst Gmail oder den Videodienst Youtube stammten aus Zürich.

Weiteres Wachstum

Mit dem neuen Gebäude habe Google Platz für weiteres Wachstum in Zürich in den nächsten Jahren, sagte Warnking der Nachrichtenagentur sda. Wie viele Stellen geschaffen würden, wollte er aber nicht beziffern. Die ersten Mitarbeiter sind nach dem langem Umbau des neuen Gebäudes schon vor einigen Monaten in ihre Grossraumbüros eingezogen.

Wie bereits beim bisherigen Gebäude nebenan hat Google wieder einige witzige Ideen verwirklicht. So entstand ein Frauenbadizimmer und ein James-Bond-Zimmer, wo sich die Mitarbeiter verpflegen können. An einer Wand stehen bis zur Decke Gestelle voller leerer Weinflaschen. In diesem Gestell befindet sich eine Tür, die zu einem Weindegustationszimmer führt.

In einem anderen Aufenthaltsraum wurde ein Coop@home-Shop eingerichtet. Dort können die Mitarbeiter in den Pausen mit dem Smartphone ihre Einkäufe bestellen und sie sich nach Hause liefern lassen. (kle/sda)

Erstellt: 30.05.2013, 11:12 Uhr

«Google ist aus Zürich nicht mehr wegzudenken»: Corine Mauch. (Video: Keystone)

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