Grösste Schweizer Krankenkasse verdoppelt Gewinn

Die Kasse Helsana hat 2011 ihren Gewinn eindrücklich steigern können. Auch der Kundenstamm hat sich vergrössert. Noch vor wenigen Jahren sah die Lage bei Helsana düster aus.

Wolkenlos: Der Hauptsitz von Helsana in Dübendorf.

Wolkenlos: Der Hauptsitz von Helsana in Dübendorf. Bild: Keystone

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Die grösste Schweizer Krankenkasse Helsana hat sich von den verlustreichen Jahren 2008 und 2009 weiter erholt. Im vergangenen Jahr konnte sie den Überschuss von 84 Millionen auf 190 Millionen Fr. mehr als verdoppeln. Der Gewinn lag damit unerwartet hoch, wie die Helsana-Gruppe mitteilte. Es sei ein ausgezeichnetes Ergebnis in jeder Hinsicht, sagte Verwaltungsratspräsident Thomas Szucs an der Bilanz- Medienkonferenz in Zürich.

Szucs und der seit Mitte 2010 operativ verantwortliche Chef Daniel Schmutz verordneten dem Krankenversicherer eine strenge Kur. Ursprünglich sollten bis zu 500 von 3200 Stellen gestrichen werden. Ganz so hart kam es aber nicht, zudem wurden im Vertrieb und im Kundendienst zusätzliche Stellen geschaffen. So zählt die Helsana heute rund 3000 Mitarbeitende.

Moderate Prämienrunde

Gleichzeitig wurden die Prämien deutlich erhöht. Der darauf folgende Aderlass bei den Versicherten konnte inzwischen gestoppt werden. Auf Anfang 2012 halbierten sich die Abgänge gegenüber dem Vorjahr auf rund 60'000. Dank Anwerbungen stieg die Zahl der Grundversicherten netto sogar um 25'000 auf 1,173 Millionen.

Dazu trug bei, dass die Helsana-Prämienrunde 2012 die moderateste seit Jahren gewesen sei, sagte Schmutz. In der Grundversicherung sei es faktisch eine Nullrunde. Der 2011 erzielte Gewinn solle nun dazu verwendet werden, 2013 die Prämien lediglich im tiefen einstelligen Prozentbereich - Ziel sind weniger als 3 Prozent - erhöhen zu müssen.

Anhaltende Leistungssteigerung

Zuletzt fiel der Anstieg geringer aus wegen kostensenkenden Verordnungsänderungen, etwa bei den Medikamentenlisten oder durch höhere Spitalkostenbeiträge der Kantone. Die Versicherungsleistungen der Helsana nahmen 2011 um 1,2 Prozent ab.

Demgegenüber stiegen die eingenommenen Prämien (Grundversicherung, Zusatzversicherung und Unfallversicherung) um 2 Prozent auf 5,62 Milliarden Franken.

Die Kapitalanlagen warfen in einem schwierigen Umfeld 121 Millionen Fr. ab. Im Vorjahr hatten sie mit fast 200 Millionen Fr. der Helsana zurück in die schwarzen Zahlen 2011 verholfen. 2011 fiel auch das versicherungstechnische Ergebnis wieder positiv aus: Es verbesserte sich von -9 Millionen auf 166 Millionen Franken.

Wieder gesunde Kennzahlen

Das Verhältnis von Betriebsaufwand zu Prämien sank von 10,3 auf 9,8 Prozent. Wieder im gesunden Bereich unter 100 Prozent ist die für Versicherer massgebende Combined Ratio, also das Verhältnis von Versicherungs- und Betriebsaufwand zu den Prämien. Der Satz verbesserte sich von 100,2 auf 97,0 Prozent. 2009 hatte er etwa bei der Helsana-Tochter Avanex noch 114,1 Prozent betragen.

Die Gruppe, zu welcher auch die Versicherungen Progrès, Sansan und Maxi.ch gehören, erfüllt auch die gesetzlichen Reserven wieder in allen Bereichen. Unzufrieden ist Helsana-Chef Schmutz noch mit den Krankentaggeld-Versicherungen. Diese werden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vermehrt beansprucht, zudem herrscht ein harter Preiskampf. (kpn/jak/sda)

Erstellt: 31.01.2012, 16:23 Uhr

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