Helvetia übernimmt Nationale

Die Mobiliar-Versicherung ist bereit, ihr Aktienpaket an der Basler Konkurrentin zu verkaufen.

Helvetia übernimmt Nationale: Stefan Loacker, CEO von Helvetia im Juli 2014. Foto: Keystone

Helvetia übernimmt Nationale: Stefan Loacker, CEO von Helvetia im Juli 2014. Foto: Keystone

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Lange versuchte die Nationale Suisse, unabhängig zu bleiben. Drei Konkurrentinnen – die Mobiliar, die Helvetia und die Baloise – hatten sich in den letzten Jahren Aktienpakete der Versicherung mit Sitz in Basel gekauft. Die Nationale hielt die Mitbewerber von ihrem Verwaltungsrat fern. Dafür kooperierte sie mit ihnen in einzelnen Nischenbereichen.Doch ewig konnte es so nicht weitergehen. Die Nationale-Spitze traf sich diesen Frühling heimlich mit Ihren Besitzerinnen – und präsentierte im Juli ihre Favoritin für ein Zusammengehen: die St. Galler Helvetia-Versicherung.

Die Baloise fand sich bald damit ab und hat heute bereits den Grossteil ihrer 10-Prozent-Beteiligung am Markt verkauft. Anders die Berner Mobiliar. Deren Spitze liess sich zwei Monate Zeit – bevor sie gestern nun die Waffen streckte und mitteilte: «Die Mobiliar hat entschieden, dass sie sich einer Übernahme der Nationale Suisse nicht entgegenstellen und kein Gegenangebot machen wird.» Damit ist so gut wie sicher, dass der Helvetia die Übernahme gelingen wird.

Weil sich die Verwaltungsräte von Helvetia und Nationale über die geplante Fusion einig sind, wäre es für die Berner schwierig geworden, ein Gegenangebot zu lancieren. Dazu kommt, dass sich die Portfolios des Brautpaares gut ergänzen. Die Mobiliar hingegen hätte keine Auslandaktivitäten in eine Ehe mit der Nationale einbringen können.

Weil die Helvetia einen Teil des Übernahmepreises in eigenen Aktien bezahlt, wird die Mobiliar nun zur Aktionärin der Helvetia. Nach dem Aktienverkauf wird die Mobiliar 2,9 Prozent an ihrer St. Galler Konkurrentin halten – zu wenig, um Einfluss zu nehmen. So sagt Mobiliar-Sprecher Kurt Messerli auch, diese Beteiligung habe für sein Unternehmen «keine strategische Bedeutung, sondern ist ein rein finanzielles Investment». Finanziell lukrativ ist der Verkauf für die Mobiliar sowieso: Weil sie ihr 19,2-prozentiges Aktienpaket an der Nationale zu deutlich tieferen Kursen erworben hatte, wird sie nun einen Buchgewinn von bis zu 165 Millionen Franken erzielen.

Börsianer spekulieren weiter

Das Ziel der Helvetia ist eine Zweidrittelmehrheit an der Nationale Suisse. Zusammen mit dem Anteil der Mobiliar kommt sie bereits auf 39 Prozent der Aktien, dazu kommen 6,5 Prozent der Nürnberger Versicherungen. Auch diese wollen sich die Verkaufsgelegenheit nicht entgehen lassen. Denn seit die Helvetia ihr Angebot von 80 Franken pro Nationale-Aktie publiziert hat, ist der Preis für das Papier auf historische Höchststände geklettert – zuletzt gar auf 83.15 Franken. Dies, weil verschiedene Aktionäre, darunter die US-Investmentfirma AQR Capital Management, auf eine Erhöhung des gebotenen Preises spekulieren. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist mit der gestrigen Mitteilung der Mobiliar praktisch auf null gesunken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2014, 06:46 Uhr

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