Hotelplan streicht Zypern-Reisen

Von der Cobalt-Air-Pleite sind Schweizer Reisende betroffen. Hotelplan Suisse hat alle Reisen nach Zypern storniert.

Überraschendes Grounding: Cobalt Air.

Überraschendes Grounding: Cobalt Air. Bild: Petros Karadjias/Keystone

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Zyperns grösste Fluggesellschaft Cobalt Air hat nach nur zwei Jahren überraschend ihren Dienst eingestellt. Das hat jetzt Auswirkungen auf die Kunden des Reiseveranstalters Hotelplan Suisse. Er ist Vertragspartner von Cobalt Air.

Hotelplan Suisse hätte bis zum 18. November 2018 Reiseplätze von Zürich und Genf ins zypriotische Larnaca angeboten, teilte Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir mit – dreimal wöchentlich ab Zürich, sonntags ab Genf. Für die Abflüge am 19., 21. und 22. Oktober hat Hotelplan Suisse eigenen Angaben zufolge alternative Charterflüge gefunden. Für den Rest der Daten seien keine geeigneten Alternativen gefunden worden.

367 Kunden auf Zypern

Derzeit hat Hotelplan Suisse 367 Kunden auf Zypern, die mit Cobalt Air wieder in die Schweiz hätten fliegen sollen. Der erste Rückflug sollte an diesem Freitag, dem 26. Oktober, stattfinden. Für sie habe man mittlerweile alternative Fluglösungen gefunden, teilte Sprecherin Huguenin-dit-Lenoir mit. Alle Kunden – bis auf zehn, die erst im November wieder in die Schweiz fliegen – seien bis am nächsten Sonntag, 28. Oktober, wieder in der Schweiz. Einige müssten allerdings statt am Montag nun am Sonntag zurückfliegen.

Bis zum 18. November hätten zudem noch 371 Kunden Ferien auf Zypern mit einem Cobalt-Air-Flug gebucht. Es habe allerdings keine geeignete alternative Charterlösung für die restlichen Flugdaten gefunden werden können. Darum sei man gezwungen, ab sofort Reisen nach Zypern zu stornieren.

Hotelplan Suisse bezieht sich dabei auf das Pauschalreisegesetz Art. 15. Danach haftet der Veranstalter oder Vermittler nicht für den Konsumenten, wenn er die Nichterfüllung des Vertrags auf unvorhersehbare oder nicht abwendbare Versäumnisse Dritter trotz aller gebotenen Sorgfalt nicht vorhersehen oder abwenden konnte.

Wütende Kunden

Hotelplan Suisse unterstütze Kunden bei neuen Buchungen, und allfällige Mehrkosten würden in Rechnung gestellt. «Sofern Kunden die Reise bereits bezahlt haben und wir keine vernünftige Alternative anbieten können, werden wir selbstverständlich die bereits erhaltene Zahlung vollumfänglich zurückerstatten», so Huguenin-dit-Lenoir.

Nach Zypern könnten Reisende derweil auch ab Basel mit Easyjet oder ab Zürich mit Edelweiss Air fliegen, teilte Hotelplan Suisse mit. Austrian Airlines fliege die Destination etwa ab Basel und Genf via Wien an.

Einigen Kunden stösst laut «Travel Inside» das Vorgehen von Hotelplan Suisse sauer auf. Man sei sich von einem Schweizer Veranstalter anderes gewöhnt, sagte ein Kunde dem Magazin. Es hätte mit etwas gutem Willen sicherlich andere Fluglösungen gegeben.

Rückflug der geleasten Flugzeuge verhindert

Derweil gestaltet sich auch das Zurückholen der an Cobalt Air geleasten Flugzeuge als schwierig. Piloten der irisch-amerikanischen zivilen Flugfinanzierungs- und Leasinggesellschaft Gecas seien nach Zypern gekommen, um die Flugzeuge zurückzufliegen.

Der «Cyprus Times» zufolge ist dies nicht gelungen: Die Piloten hätten ihre Flugzeuge durch Fahrzeuge blockiert gefunden. Das habe jede Bewegung der Maschinen verhindert. Diese Situation halte seit fünf Tagen an, das Verkehrsministerium sei informiert, und die Piloten hätten offenbar auch die amerikanische Botschaft eingeschaltet.

Erstellt: 24.10.2018, 13:00 Uhr

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