Ikea entschuldigt sich für frauenfreien Katalog

Nur Männer und Jungen – der israelische Katalog ist frei von Weiblichkeit. Das schwedische Möbelhaus hat sich dafür entschuldigt und betont, dass man «für gleiche Rechte» stehe.

Frauen und Mädchen wurden in Israel von der Wohnfläche verbannt: Ein ausgestelltes Schlafzimmer von Ikea Schweiz an der Jahresmedienkonferenz in Zürich. (12. August 2014)

Frauen und Mädchen wurden in Israel von der Wohnfläche verbannt: Ein ausgestelltes Schlafzimmer von Ikea Schweiz an der Jahresmedienkonferenz in Zürich. (12. August 2014) Bild: PHOTOPRESS/Alexandra Wey/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der israelische Ableger des schwedischen Möbel-Giganten Ikea hat sich für einen Katalog entschuldigt, in dem keine Frauen abgebildet sind. Mit dem Katalog wollte sich das Unternehmen an ultraorthodoxe Juden richten und diese als Kunden gewinnen.

Der Chef von Ikea in Israel, Schuki Koblenz, räumte ein, dass die Broschüre «nicht dem entspricht, wofür Ikea steht». Das Unternehmen entschuldige sich dafür. Der Katalog, in dem ausschliesslich Männer und Jungen abgebildet sind, war zusätzlich zum regulären Ikea-Katalog veröffentlicht worden.

Frauen werden wegretuschiert

Einem Bericht des israelischen Nachrichtenportals Ynet zufolge werden in der Broschüre Möbel angepriesen, die sich am Bedarf ultraorthodoxer Familien orientieren. Dazu zählten etwa Stockbetten und Bücherregale für umfassende Sammlungen jüdischer Glaubensrichtlinien. Ultraorthodoxe Familien sind üblicherweise sehr gross.

Ultraorthodoxe Juden machen rund zehn Prozent der Bevölkerung in Israel aus. Sie leben nach strengem jüdischen Glauben; einige halten sich dabei an eine strikte Geschlechtertrennung. Frauen und Mädchen werden aus Werbefotos, die sich an diese Bevölkerungsgruppe richten, häufig wegretuschiert.

Laut Ynet rief der Katalog «Verwirrung, Sarkasmus und Ungläubigkeit» hervor. Eine Ikea-Sprecherin in Schweden versicherte, das Unternehmen stehe «für gleiche Rechte». Die Möbelhaus-Kette ist mit knapp 400 Filialen in 48 Ländern vertreten. In Israel gibt es drei Filialen. (foa/sda)

Erstellt: 18.02.2017, 07:03 Uhr

Artikel zum Thema

Billy und die 80'000 Elche

Das Ikea-Museum in Älmhult zeigt, warum schwedisches Design erfolgreich ist. Mehr...

Stadt bekommt Geld für gefährliche Fertighäuschen zurück

100'000 Franken kosteten die Fertighäuschen, in denen die Stadt Flüchtlinge einquartieren wollte – und die den Brandtest nicht bestanden. Jetzt zahlt die Ikea-Foundation. Mehr...

Ikea verteidigt kritisierte Flüchtlings-Häuschen

Die Selbstbau-Hütten sind laut Ikea-Stiftung sicherer als andere Notunterkünfte. Sie weist die Kritik der Gebäudeversicherung zurück. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Blogs

Sweet Home So geht Eleganz
Geldblog Mehr Spielraum mit der 3. Säule

Die Welt in Bildern

Wagemutig: Der 95-jährige Kriegsveteran Thomas Norwood bei der Landung während eines Tandemsprungs in Suffolk, Virginia, USA. Thomas ist damit die älteste Person, die am Suffolk-Flughafen mit Fallschirm geflogen ist (15. Oktober 2017).
(Bild: Vicki Cronis-Nohe) Mehr...