Internationaler Konzern verlässt die Schweiz

Die Öl-Servicefirma Weatherford mit weltweit 60'000 Mitarbeitern siedelte vor sechs Jahren in Zug und Genf an. Jetzt hat der Konzern einen besseren Ort gefunden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weatherford will seinen Sitz von der Schweiz nach Irland verlegen und sich von der Schweizer Börse und jener in Paris dekotieren lassen. Die Aktien sollen nur noch an der New Yorker Börse gehandelt werden.

Die Verlegung des Sitzes ermögliche es Weatherford, zu den tiefstmöglichen Kosten zu arbeiten und die besten Mitarbeiter anzuziehen, wird Verwaltungsratspräsident und CEO Bernard Duroc-Danner in einer Mitteilung zitiert. Die Verlagerung sei ein weiterer Schritt auf dem eingeschlagenen Veränderungspfad des Unternehmens.

Rückzug von der Schweizer Börse

Eine ausserordentliche Generalversammlung im Juni muss den Plan noch absegnen, wie es weiter heisst. Die ordentliche Generalversammlung soll hingegen in den kommenden September verschoben werden, wenn Weatherford voraussichtlich bereits eine irische Firma sein werde. Formell umgesetzt wird der Plan mit einem Zusammenschluss der Schweizer Holding mit einer neu gebildeten irischen Gesellschaft.

Zugleich will das Unternehmen seine Aktien nur noch an der US-Börse handeln lassen. Von der Schweizer Börse SIX und der NYSE Euronext in Paris will sich der Konzern hingegen dekotieren lassen. Das Unternehmen ist derzeit an der Schweizer Börse mit einem Wert von knapp 13 Milliarden Franken bewertet.

In 100 Ländern tätig

Das ehemals texanische Unternehmen verlegte 2008 den Firmensitz nach Zug und die Büroräumlichkeiten nach Genf, wobei in Genf nur eine Handvoll Leute beschäftigt werden. Der Konzern ist in rund 100 Ländern und an mehr als 1000 Öl- und Gasbohrfeldern tätig. Weltweit beschäftigt Weatherford über 60'000 Mitarbeiter.

In der Schweiz wird derzeit an einem neuen Steuermodell gearbeitet, das ausländische Holdings nicht mehr bevorteilt. Gehandelt wird auf Druck der EU. Dadurch wollen verschiedene Kantone die Unternehmenssteuern senken, damit die Firmen nicht abwandern. Wie sie die dadurch entstehenden Steuerverluste auffangen wollen, ist noch offen. Forderungen gingen bereits an den Bund. (cpm/sda)

Erstellt: 03.04.2014, 08:34 Uhr

Bildstrecke

Wohin Internetfirmen wie Yahoo und Facebook steuern

Wohin Internetfirmen wie Yahoo und Facebook steuern Im zweiten Teil des Interviews sagt Technologieanalyst Stuart O'Gorman, über welche Kanäle das Geld im Onlinebereich künftig fliessen wird.

Artikel zum Thema

Brüssel will «ambitioniertes Abkommen»

Die EU fordert von der Schweiz den automatischen Steuerdatenaustausch. Sie will ab Mitte Mai mit Verhandlungen beginnen und erwartet viel. Die EU hat auch eine erste Massnahme gegen Steuerhinterziehung präsentiert. Mehr...

Warum die angeblichen Trümpfe der Schweiz nicht stechen

Die Schweiz wird mit Brüssel über die Personenfreizügigkeit diskutieren müssen. Obwohl die EU handfeste Interessen an einer engen Zusammenarbeit hat, verfügt die Schweiz kaum über Druckmittel. Mehr...

Pest? Oder Cholera?

Analyse Analyse Die Verhandlungen über die Personenfreizügigkeit mit der EU werden mörderisch hart. Was ist die richtige Strategie? Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Unter Pausbacken: Eine Verkäuferin bietet an ihrem Stand im spanischen Sevilla Puppen feil. (13. November 2018)
(Bild: Marcelo del Pozo ) Mehr...