Italien leitet Ermittlungen gegen Roche- und Novartis-Manager ein

Die Kartellwächter von Italien erheben schwere Vorwürfe gegen Roche und Novartis. Die Schweizer Unternehmen weisen die Schuld von sich. Nun leitet die Justiz gegen vier Manager Ermittlungen ein.

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Die Staatsanwaltschaft in Rom hat Justizkreisen zufolge Ermittlungen gegen vier Manager von Novartis und Roche eingeleitet. Die Behörden gingen dem Verdacht nach, dass sich die Unternehmensvertreter der Marktmanipulation und des Betrugs schuldig gemacht hätten, hiess es am Freitag.

Die Namen der Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt. Roche erklärte der Nachrichtenagentur sda, der Konzern habe von der Staatsanwaltschaft keine Informationen über Ermittlungen gegen seine Mitarbeiter. Novartis war für eine Stellungnahme am Freitagabend nicht erreichbar.

Konzerne weisen Vorwürfe zurück

Gegen die beiden Konzerne aus Basel hatte die italienische Wettbewerbsbehörde vergangene Woche Bussgelder wegen Absprachen rund um Augenmedikamente verhängt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Je rund 90 Millionen Euro sollen Roche und Novartis zahlen, weil sie sich nach Ansicht der Kartellwächter abgesprochen haben, um den Einsatz des Roche-Medikaments Avastin gegen die Augenkrankheit AMD zu verhindern. Stattdessen sollten Ärzte das wesentlich teurere Mittel Lucentis verschreiben, das beide Konzerne vermarkten. Die Schweizer Unternehmen kündigten Berufung gegen die Entscheidung der Wettbewerbshüter an. (mrs/sda)

Erstellt: 14.03.2014, 22:39 Uhr

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