Kaffee-König, Mäzen und Menschenfreund

Der Unternehmer Klaus Jacobs ist heute in Küsnacht im Alter von 71 Jahren nach einer langen, schweren Krankheit gestorben. Er hinterlässt ein Milliardenvermögen.

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Seinen Aufstieg begann der am 3. Dezember 1936 geborene milliardenschwere Wahl-Schweizer im Kaffeehandel. 1958 gründete der Spross einer Bremer Dynastie mit Intercafé Guatemala sein erstes Unternehmen und trat 1961 ins traditionsreiche Kaffeehandelshaus Johann Jacobs & Co. ein, das sein Grossonkel gegründet hatte.

Zunächst war Klaus Jacobs dort Direktor für den Einkauf und das Marketing. 1970 übernahm er dann von seinem Vater Walther die Geschäftsführung des Familienunternehmens, das durch die Marke «Jacobs Kaffee» bekannt wurde.

Marlboro schluckt Toblerone

Bereits 1973 verlegte Klaus Jacobs den Sitz des Handelshauses nach Zürich. 1982 übernahm er die Schweizer Schokoladefirmen Tobler und Suchard.

Dass die Herstellerin der berühmten Toblerone in deutsche Hände geriet, stiess auf wenig Gegenliebe und löste Kritik wegen des Ausverkaufs der Heimat aus. Jacobs liess sich einbürgern und vertrat als Kadermitglied der Nationalmannschaft die Schweiz zudem im Dressurreiten.

Mit dem Verkauf seiner Jacobs Suchard AG für 3,4 Mrd. Fr. an den Zigaretten- und Nahrungsmittelgiganten Philip Morris machte Klaus Jacobs 1990 erneut Schlagzeilen. Dies wurde hierzulande als unpatriotischer Akt gegeisselt. Jacobs befand sich damals gemäss eigenen Angaben finanziell in der Klemme, da er sich für die Auszahlung seiner Geschwister stark hatte verschulden müssen.

Aus Werner K. Reys Trümmern

Mit dem Milliardensegen aus dem Verkauf schmiedete Klaus Jacobs aus den verbleibenden Teilen von Jacobs Suchard 1996 den grössten Schokoladenhersteller der Welt, indem er seine belgische Callebaut mit der französischen Cacao Barry fusionierte. 1998 ging Barry Callebaut mit Sitz in Zürich an die Schweizer Börse.

Zudem hatte er aus der Konkursmasse des grössten Pleitiers der Schweiz, Werner K. Rey, die Stellenvermittlerin Adia übernommen. Diese fusionierte der mit der französischen Konkurrentin Ecco zum weltgrössten Personaldienstleister Adecco.

Eigentlich wollte sich Klaus J. Jacobs an seinem 65. Geburtstag aus dem Geschäftsleben zurückziehen und auf seiner Pferdefarm (Newsells Park Stud) in der Nähe der englischen Stadt Oxford zur Ruhe setzen.

Nochmals im Sattel

Als Adecco jedoch in Schwierigkeiten geriet, stieg Jacobs nochmals in die Hosen. Er drängte seinen damaligen Geschäftspartner Philippe Foriel-Destezet aus dem Konzern und stürzte dessen Schützling Jérôme Caille als Geschäftsführer. 2007 übergab Jacobs dann die Zügel an den ehemaligen ABB-Chef Jürgen Dormann.

Seither amtete Jacobs als Ehrenpräsident des Zeitarbeitkonzerns. Bei Barry Callebaut ist sein Sohn Andreas seit 2005 Verwaltungsratspräsident.

Jacobs-Center für Jugendforschung in Zürich

Einen Teil seines Vermögens brachte Klaus Jacobs in die 1988 gegründete Jacobs Stiftung ein, die sich der Jugendförderung verschrieben hat. Mittlerweile ist die Stiftung 3,4 Mrd. Fr. schwer. Der privaten International University Bremen spendete sie 200 Mio. Franken, die daraufhin in Jacobs University Bremen umbenannt wurde. Im Jahr 2001 wurde das «Jacobs Center for Productive Youth Development» an der Universität Zürich gegründet.

Klaus J. Jacobs hat zwei Söhne aus erster Ehe - Christian Jacobs und Andreas Jacobs - sowie zwei Söhne und zwei Töchter aus zweiter Ehe. (vin/grü/sda/ap)

Erstellt: 11.09.2008, 22:12 Uhr

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