Knüppeldickes Jahresende für Peugeot

Peugeot muss Milliarden abschreiben, die Partnerschaft mit Opel stockt. Der US-Autobauer GM steigt als Aktionär aus. Dafür könnte eine überlebenswichtige Kapitalerhöhung kurz bevorstehen.

Der Konzern sucht nach frischem Geld: Eine Angestellte im Peugeot-Werk in Mandeure. (28. November 2013)

Der Konzern sucht nach frischem Geld: Eine Angestellte im Peugeot-Werk in Mandeure. (28. November 2013) Bild: AFP

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Der US-Autobauer General Motors teilte am Abend überraschend mit, seinen Anteil in Höhe von sieben Prozent an PSA zu verkaufen. Die strategische Allianz mit den Franzosen bleibt aber bestehen, wie GM mitteilte.

Der Opel-Mutterkonzern war 2012 zum Start der Zusammenarbeit bei PSA eingestiegen. GM-Vize Steve Girsky sagte, der Autobauer habe PSA damals unterstützt, um frisches Kapital einzusammeln. Diese Unterstützung sei nun nicht länger notwendig.

Kapitalerhöhung im Visier

PSA prüft auf der Suche nach frischem Geld und Wachstumsmöglichkeiten ausserhalb Europas Industrieprojekte mit verschiedenen Partnern sowie die Ausgabe neuer Aktien. Als konkreten Gesprächspartner bestätigte PSA den zweitgrössten chinesischen Hersteller Dongfeng. Es gebe aber noch keine Einigung.

Nach Informationen der «Financial Times» hofft PSA, schon im ersten Quartal des nächsten Jahres einen Vertrag mit den Chinesen abzuschliessen. Dem Blatt zufolge soll die Kapitalerhöhung ein Volumen von 3 bis 4 Milliarden Euro haben.

Neben Dongfeng könnte sich auch der französische Staat beteiligen. Durch eine Kapitalerhöhung bei PSA würde die Familie Peugeot an Einfluss verlieren und vermutlich auch ihre Sperrminorität einbüssen.

Stellenabbau und Rekordverlust

Zusätzlichen Druck bringt dabei eine neue Milliarden-Belastung. Weil das Geschäft in Russland und Lateinamerika stockt und der starke Euro die Gewinne drückt, muss der PSA-Konzern rund 1,1 Milliarden Euro auf seine Autosparte abschreiben.

Wegen der Absatzkrise in Europa stecken die Franzosen ohnehin in erheblichen Schwierigkeiten. Allein im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der nach VW zweitgrösste europäische Hersteller einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Derzeit werden über 11'000 Stellen abgebaut.

Kein Kleinwagen zusammen mit Opel

Bei der Allianz mit General Motors ist ein wichtiges Projekt bereits endgültig gestorben: Die ursprünglich geplante gemeinsame Entwicklung einer Plattform für Kleinwagen ist vom Tisch. An der gemeinsamen Nutzung von Werken soll indes festgehalten werden. Nach Angaben der Unternehmen wird das Nachfolgemodell des Opel Zafira ab spätestens 2017 im ostfranzösischen PSA-Werk Sochaux produziert.

Der neue Citroën C3 soll im spanischen GM-Werk in Saragossa gebaut werden. Derweil werde im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim ein neues Modell angesiedelt, kündigte Opel an. Details nannte das Unternehmen zunächst nicht. Zur Erklärung wurden Wettbewerbsgründe genannt.

Durch die gestrichene gemeinsame Plattform-Entwicklung werden auch die Synergie-Erwartungen deutlich gekappt. Statt mit ursprünglich jährlich 2 Milliarden Dollar rechnen die Konzerne nur noch mit insgesamt 1,2 Milliarden Dollar von 2018 an - 40 Prozent weniger als zuvor.

Zusätzliche Kooperationen soll es bei leichten Nutzfahrzeugen geben. Den Planungen zufolge werden die ersten Autos 2016 auf den Markt kommen. Nähere Details teilten die Konzerne aber nicht mit. (kle/sda)

Erstellt: 12.12.2013, 20:57 Uhr

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