Konzerngewinn der Post sinkt enorm

Die Post hat im ersten Halbjahr hohe finanzielle Einbussen hinnehmen müssen. Daran ist nicht nur der Postauto-Skandal schuld.

Unrechtmässig bezogene Subventionen: Die Postauto-Affäre hinterlässt Spuren im Betriebsergebnis.(Archiv)

Unrechtmässig bezogene Subventionen: Die Postauto-Affäre hinterlässt Spuren im Betriebsergebnis.(Archiv) Bild: Arno Balzarini/Keystone

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Der Konzerngewinn der Schweizerischen Post sank im ersten Halbjahr 2018 von 385 im Vorjahr auf 218 Millionen Franken. Schuld sind die schwierige Situation bei der Postfinance und die Rückerstattungen wegen der unrechtmässig bezogenen Subventionen bei Postauto. Neben dem markant um 167 Millionen Franken gesunkenen Gewinn ging gemäss einer Medienmitteilung vom Donnerstag das Betriebsergebnis (Ebit) im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2017 von 538 Millionen auf 281 Millionen Franken zurück.

Im aktuellen Marktumfeld mit tiefen, teilweise negativen Zinsen brächen Postfinance im Zinsengeschäft die Erträge weg, führt die Post zur Begründung an. Und das Kreditverbot verunmögliche es Postfinance, ihre Zinsmarge in diesem Umfeld zu stabilisieren. Dies führe zum markanten Gewinneinbruch, der auch auf das Konzernergebnis durchschlage. Die Post begrüsse deshalb den Richtungsentscheid des Bundesrats, das Kredit- und Hypothekarvergabeverbot von Postfinance aufzuheben.

Auch die Vorfälle rund um die unrechtmässig bezogenen Subventionen bei Postauto hinterlassen ihre Spuren im Halbjahresergebnis der Post. Die Gesamtsumme, welche die Post an Bund, Kantone und Gemeinden zurückzahlt, beträgt rund 205 Millionen Franken.

Abgeltungen und Rückstellung

26 Millionen Franken belasten das Halbjahresergebnis 2018. Darin sind die zu viel erhaltenen Abgeltungen für das Halbjahr 2018 enthalten. Hinzu kommt die Rückstellung für die freiwillige Rückzahlung für die Jahre 2004 bis 2006. Der übrige Betrag wurde den Jahren 2016 und 2017 belastet.

Postfinance erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2018 ein Betriebsergebnis von 145 Millionen Franken. Das sind 247 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Postauto erzielte im Personenverkehrsmarkt ein Betriebsergebnis von minus 29 Millionen Franken.

Postmail steigerte in der ersten Jahreshälfte 2018 das Betriebsergebnis trotz rückläufiger Briefmengen um 13 Millionen auf 199 Millionen Franken. Swiss Post Solutions erzielte ein Betriebsergebnis von 14 Millionen Franken. Postnetz konnte das Betriebsergebnis um 28 Millionen auf minus 60 Millionen Franken verbessern. Postlogistics erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 73 Millionen Franken, 15 Millionen mehr als im Vorjahr. (fal/sda)

Erstellt: 27.09.2018, 15:15 Uhr

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