Lage prächtig, Aussicht düster

Ein Resort der Superlative entsteht auf dem Bürgenstock. Doch SNB und SVP machen dem Projekt zu schaffen, sagen die Investoren.

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Die Aufhebung des Euromindestkurses und mögliche Folgen der Masseneinwanderungsinitiative machen den Hotelplanern des 500 Millionen Franken teuren Tourismusresorts auf dem Bürgenstock NW schwer zu schaffen. Sie halten jedoch am Eröffnungstermin von 2017 fest.

Von den Gesamtinvestitionen von 500 Millionen Franken seien bisher 240 Millionen Franken für Planung und Realisierung aufgewendet worden. Von 75 Baubewilligungen lägen inzwischen 73 vor. Bis zum Abschluss seien aber zusätzliche 13 Bewilligungen nötig.

Die Bauarbeiten mit bald bis zu 500 Planern und Arbeitern vor Ort seien auf Kurs. Doch bis zur Eröffnung im Jahr 2017 gebe es noch einige Hürden zu meistern, teilte die Resort-Planerin, die Katara Hospitality Switzerland AG, am Donnerstag mit.

Seit Beginn der Planungen im Jahr 2008 habe der Schweizer Franken eine Aufwertung von 30 Prozent erfahren. Der Entscheid der Nationalbank im Januar, den Euromindestkurs aufzuheben, habe der Bauherrin auf einen Schlag Mehrkosten in der Höhe von «mehreren Millionen» Franken beschert, heisst es in der Mitteilung.

800 neue Jobs

Für die Stellenbesetzungen sehen die Verantwortlichen Probleme auf sie zukommen. Sorgen bereiten demnach mögliche Folgen der SVP-Masseneinwanderungsinitiative. Eine Begrenzung der Zuwanderung mit starren Quoten sei keine praktikable Lösung für die Umsetzung der Initiative, hielten die Tourismusleute fest.

Die Hotelplaner rechnen damit, dass für die 800 geplanten neuen Jobs auf dem Bürgenstock 70 Prozent der Beschäftigten dereinst aus dem Ausland kommen. Nur rund 30 Prozent der Jobs könnten mit einheimischen Arbeitskräften abgedeckt werden.

Die Verantwortlichen sahen sich an einem Anfang März durchgeführten Rekrutierungstag beim Schwesterhotel Royal Savoy in Lausanne VD in ihren Befürchtungen gestärkt. Insgesamt hätten sich an dem Tag 650 Kandidaten um 160 Arbeitsplätze beworben. Fünf Prozent der Bewerber seien Schweizer gewesen, die meisten der restlichen 95 Prozent stammten aus dem EU-Raum, heisst es in der Mitteilung.

Direkte Schiffsverbindung

Insgesamt wird das Resort auf dem Bürgenstock drei Hotels mit 400 Zimmern und 800 Betten haben. Dazu kommen Suiten und zwölf Restaurants. Zur neuen Ferienanlage mit Spa und Sportanlagen sollen im Endausbau 30 Gebäude gehören. Das Resort wird sich über eine Länge von einem Kilometer erstrecken.

Mehrere Teilprojekte sind bereits realisiert, so 4,5 Kilometer Zufahrts- und Servicestrassen, das Bergrestaurant Hammetschwand, die Taverne 1879, Suiten, die Tennisplätze oder die Energiezentrale.

Ins Stocken geraten ist dagegen die Planung einer direkten Anbindung der Bürgenstock-Bahn an einen eigenen Schiffskurs zwischen Kehrsiten und Luzern. Der Entscheid für Investitionen von gut 20 Millionen Franken für den direkten Zubringer mit Schiff und Bahn sei momentan aufgeschoben, bis die Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand geklärt sei, heisst es in der Mitteilung.

Hinter dem Resort steht die Katara Hospitality Switzerland AG mit Sitz in Zug. Sie ist die Betreibergesellschaft für Schweizer Hotels eines katarischen Staatsfonds. Neben dem Bürgenstock Resort gehört auch der Schweizerhof in Bern und das Royal Savoy in Lausanne zu Katara Hospitality. (sda)

Erstellt: 12.03.2015, 15:27 Uhr

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