Logitech mit tiefroten Zahlen

Der Computerzubehörhersteller aus Morges machte im dritten Quartal einen Verlust von 195 Millionen Dollar. Grund sei die «andauernde Schwäche im weltweiten PC-Markt». Die Aktien sacken ab.

Die Verkäufe schwächten sich in allen Regionen ab: Logitech in der Krise.

Die Verkäufe schwächten sich in allen Regionen ab: Logitech in der Krise.

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Der Wandel in der Computerbranche macht dem Computerzubehörhersteller Logitech weiterhin zu schaffen. Ein Abschreiber liess das Unternehmen von Oktober bis Dezember tief in die roten Zahlen rutschen. Das schweizerisch-amerikanische Unternehmen mit Sitz in Morges VD schrieb im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2012/13 unter dem Strich einen Verlust von 195 Millionen Dollar, wie es in der Nacht mitteilt. Im Vorjahr hatte Logitech noch einen Reingewinn von 55 Millionen Dollar ausgewiesen.

Der Verlust lässt sich auf einen Abschreiber von 211 Millionen Dollar in der Videokonferenz-Sparte zurückführen. Ende 2009 hatte Logitech die US-amerikanische Firma LifeSize für rund 400 Millionen Dollar gekauft - zu einem offenbar zu hohen Preis. Ohne die Wertbereinigung hätte im dritten Quartal ein Reingewinn von 16 Millionen Dollar herausgeschaut.

Allerdings entwickelte sich auch der Umsatz rückläufig. In den letzten drei Monaten des Jahres 2012 schrumpfte er um 14 Prozent auf 615 Millionen Dollar. Auf operativer Ebene (Ebit) resultierte ein Verlust von 180 Millionen Dollar, nachdem vor einem Jahr ein Betriebsgewinn von 69,8 Millionen Dollar erzielt worden war.

Die Verkäufe schwächten sich in allen Regionen ab. Auf dem amerikanischen Kontinent ging der Umsatz um 8 Prozent, in Asien um 11 Prozent zurück. In Europa, dem Mittleren Osten und Afrika waren die Verkäufe gar um 20 Prozent rückläufig.

Neuer Konzernchef unzufrieden

«Diese Resultate sind inakzeptabel», wird der seit Anfang Jahr amtierende Konzernchef Bracken Darrell in der Medienmitteilung zitiert. Als Grund für das «enttäuschende Ergebnis» nennt er die «andauernde Schwäche im weltweiten PC-Markt».

Logitech werde sofortige Massnahmen ergreifen, um das Unternehmen wieder profitabel zu machen. Unter anderem werde Logitech in den nächsten Quartalen die Kosten «erheblich» stärker senken als im letzten April angekündigt. Damals war von Kosteneinsparungen von 80 Millionen Dollar die Rede, in deren Rahmen weltweit bereits 450 Stellen abgebaut wurden.

Der Hersteller von Tastaturen, Computermäusen, Joysticks und Kopfhörern tut sich schwer mit dem Trend hin zu berührungsempfindlichen Tablet-Geräten. In Zukunft will das Unternehmen verstärkt auf wachstumsträchtige Produkte wie Tablet-Zubehör setzten und damit an die frühere Erfolgsgeschichte anknüpfen.

Logitech-Aktien fallen

Die Logitech-Aktien verloren nach Bekanntgabe der Quartalszahlen deutlich an Wert. Ihr Kurs lag kurz vor Mittag 7,9 Prozent im Minus. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), notierte derweil leicht im Plus.

Das Gros der Analysten zeigt sich nach den Ergebnissen enttäuscht. «Wenngleich der neue Konzernchef Bracken Darrell sicherlich erste vernünftige Schritte zur Neuausrichtung des Geschäfts unternimmt, ist der Weg zur Erzielung von Wachstum unseres Erachtens noch immer sehr lang», schrieben etwa die Experten der Bank Vontobel. (chk/sda)

Erstellt: 24.01.2013, 05:04 Uhr

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