Milliardengewinn: Goldman Sachs in alter Stärke

Die amerikanische Grossbank macht wieder gute Geschäfte und glänzende Gewinne – trotz der schwer wiegenden Betrugsvorwürfe.

Eine Macht auf dem Markt: Händler in der Goldman-Sachs-Abteilung in der Börse in New York.

Eine Macht auf dem Markt: Händler in der Goldman-Sachs-Abteilung in der Börse in New York.

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Im ersten Quartal 2010 übertraf Goldman Sachs alle Erwartungen und verdoppelte den Reingewinn auf 3,29 Milliarden Dollar. Vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Währungen florierte. Die Sparte steuerte mehr als die Hälfte zu den Gesamterträgen von 12,8 Milliarden bei, wie die ehemalige Investmentbank am Dienstag mitteilte.

Auch das Aktiengeschäft und die Beteiligungen entwickelten sich prächtig. Goldman Sachs ist unter anderem bei der chinesischen Bank ICBC engagiert . Bei der Beratung von Börsengängen sowie Fusionen und Übernahmen sieht sich die Bank als weltweit führend. Allerdings leidet dieser Zweig noch unter der Krise.

Die Zeichen für ein Anziehen der Wirtschaft nähmen zu, sagte Konzernchef Lloyd Blankfein in New York. Mit Blick auf die Vorwürfe der US-Börsenaufsicht SEC dankte er Kunden und Aktionären für ihre Unterstützung sowie den Mitarbeitern für ihr Engagement. Goldman weist die Anschuldigungen vehement zurück und setzt sich mit aller Kraft dagegen zur Wehr.

Verdacht wegen Betrugs mit Hypokrediten

Die SEC wirft Goldman Sachs vor, Investoren bei der Vermarktung eines verbrieften Hypothekenkredits (CDO) getäuscht zu haben. Zu den Opfern gehören demnach die deutsche Mittelstandsbank IKB sowie mittelbar die Royal Bank of Scotland. Beide Institute mussten in der Finanzkrise von den Steuerzahlern gerettet werden.

Deutschland und seit Dienstag auch Grossbritannien haben eigene Untersuchungen angekündigt. In der Schweiz sieht die Finanzmarktaufsicht (Finma) dagegen derzeit keinen Handlungsbedarf, wie es am Dienstag auf Anfrage hiess. Anleger befürchten eine Welle von Schadenersatzklagen gegen Goldman Sachs. Seit Tagen belastet der Fall die gesamte Bankenwelt.

Goldman Sachs hatte die Finanzkrise wesentlich besser überstanden als die meisten Konkurrenten. Die Bank hatte schon früh den Zusammenbruch des US-Häusermarkts kommen sehen und verdiente daran.

Topverdiener in der Finanzbranche

Die Goldman-Banker gehören zu den absoluten Top-Verdienern an der Wall Street mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von zuletzt einer halben Million Dollar. Für Politiker entwickelte sich das Haus deshalb zur Zielscheibe für die Kritik an der Masslosigkeit der Finanzwelt. Im Startquartal 2010 legte das Institut für Vergütungen 5,5 Milliarden Dollar zurück.

Während der Krise hatte nur noch die breiter aufgestellte JP Morgan der reinen Investmentbank Goldman Sachs das Wasser reichen können. Dagegen mussten etwa die Citigroup oder die Bank of America vom Staat gestützt werden. Mittlerweile schreiben aber auch diese Häuser wieder dicke Gewinne: Die Citigroup schaffte zu Jahresbeginn satte 4,4 Milliarden Dollar, JP Morgan 3,3 Milliarden und die Bank of America 2,8 Milliardenr. (raa/sda)

Erstellt: 20.04.2010, 15:43 Uhr

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