Mit diesen Tricks fliegen Sie billiger

Hinter Flugpreisen stecken komplizierte Algorithmen. Doch mit ein paar Handgriffen können Passagiere aus Fleisch und Blut die Maschinen austricksen.

Nicht immer werden auf dem Computer die tiefsten Preise angezeigt: Ein Passagier bucht seinen Flug online.

Nicht immer werden auf dem Computer die tiefsten Preise angezeigt: Ein Passagier bucht seinen Flug online. Bild: Keystone

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Freude, Frust, Verzweiflung – beim Buchen von Flügen sind Passagiere emotional gefordert. Gerade jetzt dürften viele Schweizer bei der Buchung ihrer Sommerferien ins Schwitzen kommen. Denn die Preisbildung bei Flugtickets ist intransparent, und oft ist nicht nachvollziehbar, warum der Sitznachbar im Flugzeug für denselben Flug vielleicht 100 Franken mehr oder weniger gezahlt hat. Verantwortlich für die Ticketpreise sind Algorithmen der Buchungsportale und Airlines. Und die beziehen zahlreiche Faktoren mit ein. Es ist ein so gut wie hoffnungsloses Unterfangen, wirklich zu verstehen, wie sich die Preise zusammensetzen. Dennoch kann man mit ein bisschen Hintergrundwissen die Technik auch für sich nutzen.

Zum richtigen Zeitpunkt buchen
Darüber, wann man idealerweise sein Ticket kaufen soll, herrscht nicht wirklich Einigkeit. Zwischen sechs bis acht Wochen vor dem Abflug lauten die Expertenaussagen dazu, wann der beste Buchungszeitpunkt ist. Bei beliebten Zielen ist klar: Möglichst früh buchen lohnt sich, weil das Angebot klein ist. Dasselbe gilt für Strecken, auf denen wenig Konkurrenz herrscht. Bei weniger beliebten Reisezielen kann es sich auch schon mal lohnen, noch etwas zu warten. Allerdings braucht es dafür Nerven. Einige Airlines – so auch Swiss – bieten Unentschlossenen inzwischen auch an, gegen eine Gebühr den Ticketpreis für einige Zeit zu sichern. Ob sich das lohnt oder nicht, hängt vom Gesamtpreis ab

Zeitlich flexibel sein
Flexibilität hilft. Das gilt zum einen für den Zeitpunkt des Fluges. Manchmal kann es deutlich günstiger sein, einen Tag früher oder später zu fliegen. Wer sich also erlauben kann, mit ein bisschen Luft zu planen, ist im Vorteil. Oftmals sind auch Flüge unter der Woche billiger als solche am Wochenende, und solche mitten im Tag günstiger als solche früh am Morgen oder spät am Abend

Geografisch flexibel sein
Auch was Start- und Zielflughafen angeht, sollte man offen für Alternativen sein. Liegen vielleicht andere Flughäfen im Einzugsgebiet, von denen aus Flüge billiger sind? Für Zürcher etwa kann es sich durchaus lohnen, ab Basel oder Genf zu fliegen. Sogar der Blick über die Landesgrenze kann lukrativ sein. Ab Mailand sind Tickets für Langstreckenflüge teils deutlich günstiger. In Deutschland können Friedrichshafen oder Stuttgart für einige Ferienziele eine Alternative sein.



Die beliebtesten Flughäfen 2018


Cache leeren
Die Buchungs-Algorithmen sind schlau – sie erkennen, wenn man auf einen bestimmten Flug schielt, und so kann es passieren, dass der Preis bei öfteren Anfragen steigt. Es kann sich also lohnen, Flüge auf verschiedenen Browsern wie Firefox, Chrome oder Safari zu suchen und zu buchen. Es ist zudem sinnvoll, seine Cookies regelmässig zu löschen, also den sogenannten Cache zu leeren

VPN-Clients nutzen
Wer noch etwas weiter gehen will, kann den Algorithmen vorspielen, sich in einem anderen Land aufzuhalten. Sinnvoll kann das sein, weil Flugpreise sich auch an dem Herkunftsland der Buchenden orientieren. Schweizer etwa sind mehr zu zahlen bereit als zum Beispiel Polen. Mit einem VPN-Client kann man solche allfälligen geografischen Aufschläge umgehen. VPN steht für Virtual Private Network. Die entsprechende Software täuscht vor, dass man Internetseiten aus einem beliebig wählbaren Land ansteuert. Solche Programme kann man im Internet kaufen. Experten nennen als Faustregel, dass man das Land wählen soll, aus dem die Airline stammt – oder Länder mit einem geringeren Bruttoinlandprodukt, in dem Passagiere weniger zu zahlen bereit sind.



Video: Geoblockaden austricksen

Digitalredaktor Matthias Schüssler zeigt, wie Sie vorgeben, in einem anderen Land zu sein.


Bei anderen Airlines die Preise checken
Teilweise fliegen Airlines sogenannte Codeshare-Flüge. Das heisst, ein Flug, den man bei Swiss bucht, wird tatsächlich von United oder Eurowings durchgeführt. In solchen Fällen sollten Reisende auf jeden Fall auch die Preise der Airline checken, die den Flug tatsächlich durchführt. Möglicherweise sind diese günstiger. Auch das Umgekehrte ist möglich. Bei United etwa kann ein Swiss-Flug günstiger sein.

Details prüfen
Buchungsportale gibt es inzwischen wie Luftpartikel in der Atmosphäre. Aber aufgepasst. Nicht alle sind seriös. Sie locken oft mit Preisen, die ein paar Franken tiefer sind. Aber am Ende gibt es null Service. Das kann sich bei Problemen rächen. Auch sind oft Zusatzleistungen nicht inbegriffen. Vertrauen Sie auf die grossen Namen oder buchen Sie direkt bei den Airlines.

Helfer nutzen
Wer Zeit hat, soll den Markt etwas beobachten. Oftmals reagieren Airlines aufeinander. Senkt eine die Preise, zieht die andere nach. Es gibt Dienste, mit welchen man Flugpreise beobachten kann, etwa Google Flights. Sie liefern E-Mails oder SMS, wenn der Preis sinkt oder steigt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.05.2018, 14:35 Uhr

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