Mobility verärgert Kunden mit neuer App

Sie sei zu langsam und zu umständlich: Das Carsharing-Unternehmen sorgt mit der Erneuerung seiner Reservations-App für Unmut unter Nutzern.

«Unsäglich», «Zumutung»: Die neue Mobility-App kommt nicht gut an.

«Unsäglich», «Zumutung»: Die neue Mobility-App kommt nicht gut an. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Mobility hat bei seinen Kunden derzeit einen schweren Stand: Anfang Dezember verärgerte das Carsharing-Unternehmen sie mit einer neuen Preisstruktur. Lange Fahrten und die Nutzung in der Nacht wurden damit schlagartig teurer. Die 130’000 Kunden gelten als sehr preisbewusst und reagierten entsprechend verärgert.

Gleichzeitig wurde die Reservations-App Anfang Dezember neu gestaltet. Dies ging mit einem Technologiewechsel, einem neuen Design und neuer Benutzerführung einher, teilt Mobility auf Nachfrage mit. Ganz zum Unmut der Kunden. Im App Store von Apple erhält die neue Mobility-App eine Bewertung von gerade mal 1,9 von 5 möglichen Punkten. Im Android-Store Google Play kommt sie auf 3,6 von 5 Sternen.

«Eine Zumutung»

Schlechte Reviews häufen sich auf beiden Plattformen: «Die neue Version der App wurde anscheinend nie getestet. Wenn ich eine Startzeit für meine Reservation eingebe, springt die Zeit auf eine andere, als ich gewünscht habe», schreibt ein Nutzer. Und urteilt: «Schlechte Technik». Von mehreren Kunden wird bemängelt, dass die App nicht schnell genug funktioniert und zu umständlich sei.

«Die App ist langsam und extrem mühsam zu bedienen. Die alte (App) war zwar nicht sexy, dafür hat sie einwandfrei funktioniert», schreibt ein Nutzer. Ein anderer: «Unsäglich, dass man sich jetzt durch zig Schritte durchklicken muss, wenn man nur kurz die Reservationszeit ändern will!» Auch mit der Datenspeicherung scheint noch nicht alles rundzulaufen: «Es ist eine Zumutung, dass die Login-Informationen nicht mehr gespeichert werden können seit dem Update», so ein Nutzer. «Ich trage doch nicht die Nummer und das Passwort jedes Mal neu ein!»

«Kurzfristig schlechte Bewertungen»

Erste Nutzer ziehen Konsequenzen: «Schade, dass man eine gute App schlechter macht! Auf jeden Fall reserviere ich mit der neuen App nicht mehr gerne schnell ein Auto und habe auch schon aus diesem Grund auf ein Mobility-Auto verzichtet», schreibt ein Nutzer im App Store.

Bei Mobility gibt man sich wenig überrascht: «Wir sind und waren uns bewusst, dass mit der neuen Plattform bei unseren Kunden ein Umlernen stattfinden muss und dies kurzfristig auch zu schlechten Bewertungen führt», sagt Mobility-Kommunikationschef Alain Barmettler auf Nachfrage dieser Zeitung. Man nenne dieses Verhalten Change Aversion. Sprich: Der Kunde mag keine Veränderungen.

Verbesserungen geplant

Die eingehenden Rückmeldungen bewegten sich aber in dem erwarteten Rahmen, so Barmettler, «zumal wir alle Reservationsplattformen auf einen Schlag erneuert haben». Die App werde nun laufend verbessert. Barmettler: «Unsere Reservationsplattformen werden mit jedem neuen Release, also circa alle zehn Wochen, Anpassungen erfahren.»

Erstellt: 05.01.2018, 16:59 Uhr

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