Nestlé tüftelt an Zucker ohne Kalorien

Konzern-Chef Peter Brabeck will den Lebensmittelmarkt revolutionieren: mit hohlem Zucker.

«Die Oberfläche von Zucker erzeugt den Geschmack»: Nestlé-Präsident Peter Brabeck (r.) und CEO Paul Bulcke im Nestlé Institute of Health Sciences in Lausanne. (Archivbild)

«Die Oberfläche von Zucker erzeugt den Geschmack»: Nestlé-Präsident Peter Brabeck (r.) und CEO Paul Bulcke im Nestlé Institute of Health Sciences in Lausanne. (Archivbild) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Davon träumen Schleckmäuler schon lange: Schokolade, die nur halb so viel Zucker enthält und trotzdem wie normale Schokolade schmeckt. Im ersten Halbjahr 2018 soll sie in den Supermarktregalen stehen, kündigte Nestlé im Februar an. Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck verrät nun in der SRF-Sendung «ECO Talk» den Trick dahinter.

Süsser oder salziger Geschmack werde durch die Oberfläche von Zucker und Salz erzeugt. Was drinnen sei, habe keinen Einfluss auf den Geschmack, so Brabeck. Die Lösung bestehe darin, «dass wir den Zucker innen hohl machen. Das heisst, wir belassen die Oberfläche. Sie kriegen dadurch den Geschmack, aber innen ist der Zucker hohl und dadurch nehmen Sie die ganzen Kalorien weg.»

Zucker fördert Diabetes und Übergewicht

Seit Jahren arbeiten die Hersteller daran, den in Lebensmitteln enthaltenen Zucker zu reduzieren. Die Migros verpflichtet sich sogar in ihren Statuten dazu, sich für die Gesundheit der Bevölkerung einzusetzen. Das letzte Wort hat aber der Konsument. Wenn man den bisherigen Zuckeranteil um mehr als 5 Prozent senke, greifen die Kunden zu einem anderen Produkt, erklärt Migros-Chef Herbert Bolliger. Mit dem hohlen Zucker könnte Nestlé somit den Nahrungsmittelmarkt revolutionieren.

Nach Angaben von Ärzten und Forschern erhöht der übermässige Konsum von Zucker das Risiko für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes. Maximal zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr sollte aus Zucker bestehen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Inzwischen spricht sie sich gar dafür aus, die Grenze auf fünf Prozent zu senken. Das würde etwa 25 Gramm Zucker am Tag entsprechen – rund sechs Teelöffeln. (ij)

Erstellt: 07.11.2016, 19:10 Uhr

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