Neuer Absturz an Japans Börse

Die Nervosität ist an die internationalen Finanzmärkte zurückgekehrt. Über fünf Prozent verliert der Nikkei-Index. Der SMI beginnt den Börsentag uneinheitlich.

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Die Furcht vor einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik hat zu einem erneuten Kursrutsch an der japanischen Börse geführt. Der Leitindex Nikkei fiel um mehr als fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Auch ein Anstieg der Landeswährung Yen drückte auf die Stimmung. Investoren trennten sich etwa von Aktien der Exportunternehmen wie Panasonic oder Suzuki. Die grössten Kursverluste gab es bei Immobilienunternehmen, weil Anleger nach dem Rally der vergangenen Monate Gewinne mitnahmen.

Der SMI notierte um 9.21 Uhr leicht im Plus (0,16 Prozent).

Billiges Notenbankgeld

Auch andere Börsen in Asien gingen mit Verlusten aus dem Handel. Sie fielen aber bei weitem nicht so deutlich wie in Tokio aus, wo der Nikkei erst vor einer Woche um mehr als sieben Prozent eingebrochen war.

Die grosse Sorge unter Investoren sei, dass die US-Notenbank ihre bislang sehr lockere Geldpolitik beenden könnte, sagte ein Manager eines US-Hedgefonds. Der steigende Yen habe den Ausverkauf beschleunigt, aber eine nicht so grosse Rolle gespielt. Das billige Notenbankgeld aus den USA, Europa und Japan hatte die Börsen weltweit befeuert.

Japanische Währung legte zu

Der Nikkei fiel um 5,15 Prozent auf 13'589 Punkte. Vor dem Ausverkauf war er in der vergangenen Woche noch auf den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren gestiegen. Inzwischen notiert der Index 14,8 Prozent unter dieser Marke.

Am Donnerstag vor einer Woche fiel der Nikkei bereits so stark wie seit der Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren nicht mehr. Allerdings war dem Absturz ein monatelanges Rally vorausgegangen, weil die japanische Notenbank mit einer ultralockeren Geldpolitik gegen die Deflation kämpft, die die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt seit Jahren belastet.

Die japanische Währung legte zu: Ein Dollar kostete 100.58 Yen, nach 101.12 Yen am Mittwochabend in New York. Deswegen gerieten in Tokio international aufgestellte Konzerne unter Druck. Ein stärkerer Yen verteuert ihre Produkte im Ausland. Aktien des Elektronikriesen Panasonic fielen um 4,1 Prozent. Beim Rivalen Sony betrug der Rückgang 2,9 Prozent und beim Autohersteller Suzuki Motor 4 Prozent. (sda)

Erstellt: 30.05.2013, 08:02 Uhr

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