Novartis kauft Krebs-Firma für fast vier Milliarden

Der Pharmakonzern will mit der Firma Advanced Accelerator Applications Wissen im Bereich Nuklearmedizin erwerben. Eine Therapie der Franzosen ist seit kurzem zugelassen.

Im Bereich der personalisierten Krebstherapie tätig: Video der Firma AAA.

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Der Pharmakonzern Novartis will das französische Pharmaunternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) für 3,9 Milliarden Dollar kaufen und damit sein Krebsgeschäft ausbauen. AAA ist auf Nuklearmedizin spezialisiert.

Novartis hat mit AAA eine entsprechende Vereinbarung, ein Memorandum of Understanding, unterschrieben, wie der Konzern heute mitteilte. Das Gebot soll nach der Konsultation mit den Arbeitnehmervertretern veröffentlicht werden.

Demzufolge will Novartis den Aktionären des radiopharmazeutischen Unternehmens 41 Dollar pro Stammaktie bieten sowie 82 Dollar pro American Depositary Share, die zwei Aktien entsprechen. Die Aktien von AAA werden an der Technologiebörse Nasdaq in New York gehandelt. Unter anderem hält das Zuger Beteiligungsunternehmen HBM Healthcare Anteile an AAA.

550 Mitarbeitende

AAA ist auf die molekulare Nuklearmedizin spezialisiert, die unter anderem schwere Krebserkrankungen diagnostiziert und behandelt. AAA verfügt insbesondere über die RadioLigand-Therapie (RLT) Lutather, die seit September in Europa zugelassen ist. Zudem wird derzeit ein Gesuch in den USA geprüft. Mit dem Medikament werden neuroendokrine Tumore behandelt.

Im vergangenen Jahr hat AAA 109 Millionen Euro umgesetzt. Die Gruppe betreibt 21 Produktions- und Forschungsstätten. Rund 550 Angestellte in 13 Ländern, darunter auch in der Schweiz, arbeiten für das Unternehmen.

Der Zukauf stärke das Krebsgeschäft von Novartis nicht nur mit bevorstehenden Produktlancierungen, sondern auch einer neuen Technologieplattform mit möglichen Anwendungen für eine Reihe von onkologischen Programmen in der Frühentwicklung, heisst es in der Mitteilung.

Wachstumsphase ab 2018

Novartis hat sich in den letzten Jahren stark umgebaut. Einige Geschäftsbereiche wurden abgestossen, andere verstärkt. Allerdings war Novartis eher zurückhaltend bei grossen Übernahmen.

Ab dem nächsten Jahr soll der Konzern nun gemäss Ankündigung der Führungsspitze in eine neue Wachstumsphase eintreten. Konzernchef Joe Jimenez übergibt im Februar sein Amt an Vasant Narasimhan, der momentan die Medikamentenentwicklung leitet.

(rub/sda)

Erstellt: 30.10.2017, 07:38 Uhr

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