Nun ist Karrer offiziell neuer Präsident

Enstimmiger Entscheid: Heinz Karrer ist – wie erwartet – an die Spitze der Economiesuisse gewählt worden. Seinem neuen Arbeitsgeber wird er jedoch nicht von Anfang an voll zur Verfügung stehen.

Steht bei Economiesuisse vor grossen Herausforderungen: Heinz Karrer. (Archivbild)

Steht bei Economiesuisse vor grossen Herausforderungen: Heinz Karrer. (Archivbild) Bild: Keystone

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Heinz Karrer wird neuer Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Der Vorstand hat den gebürtigen Zürcher heute wie erwartet zum Nachfolger von Rudolf Wehrli bestimmt. Karrer wird das Amt gemäss Communiqué am 1. September antreten. Der Entscheid zur Wahl Karrers fiel laut Economiesuisse einstimmig. Karrer war bereits vor zweieinhalb Wochen vom Vorstandsausschuss für diese Position vorgeschlagen worden.

Karrer, der als Chef des Energiekonzerns Axpo zurücktritt, kenne Economiesuisse gut dank seiner Arbeit im Vorstand und in den Ausschüssen. In den vergangenen Wochen strich der Wirtschaftsdachverband unter anderem Karrers Glaubwürdigkeit, seine Fähigkeit zum Dialog und seine guten Kenntnisse des politischen Systems der Schweiz hervor.

Allerdings wird Karrer seinem neuen Arbeitgeber nicht von Beginn weg voll zur Verfügung stellen. Denn sein Vertrag bei Axpo bindet ihn noch ans Unternehmen, bis ein neuer Chef gefunden ist, spätestens aber bis zum Ablauf der Kündigungsfrist von zwölf Monaten.

Schrittweise Übernahme der Geschäfte

Karrer werde die Geschäfte bei Economiesuisse schrittweise übernehmen, schreibt der Verband. Laut Axpo wird der Konzernchef vor allem bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie benötigt. Welche Aufgaben er für die Economiesuisse bereits übernehmen könne, werde er mit dem Verwaltungsrat besprechen.

Die Präsidiumsgeschäfte bei Economiesuisse werden zunächst von den drei Vizepräsidenten geführt. Karrers Pensum werde sukzessive erhöht. Er werde aber an allen massgeblichen Entscheiden teilhaben, heisst es im Communiqué des Wirtschaftsdachverbands.

Eine erste wichtige Aufgaben wird insbesondere die Wahl eines neuen Direktors sein. Der bereits unter dem aus zeitlichen Gründen zurücktretenden Wehrli eingeleitete Repositionierungsprozess wird gemäss Angaben des Verbands von Karrer weitergeführt.

Vom Spitzensport in die Wirtschaft

Der 54-jährige Karrer hat sich als Manager und einstiger Spitzenhandballer einen Namen gemacht. Er spielte für die Handball-Nationalmannschaft, unter anderem an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles.

Als Karrer den Posten als Geschäftsführer des Sportartikellieferantenverbands antrat, begann seine steile Wirtschaftskarriere. Später holte ihn Adolf Ogi zum Sportartikelhändler Intersport, wo Karrer nach Ogis Wahl in den Bundesrat auf den Chefposten nachrückte.

Mit 36 Jahren wechselte Karrer zu Ringier und übernahm dort bald die Verantwortung fürs gesamte Inlandgeschäft. Danach zog er weiter zur Swisscom, wo er als Marketingchef tätig war. 2002 stieg Karrer ins Stromgeschäft ein. Nach elf Jahren an der Spitze des Grosskonzerns Axpo wechselt der in Münsingen BE wohnhafte Karrer nun zum Wirtschaftsdachverband.

Zurück zum Erfolg

Der neue Mann an der Economiesuisse-Spitze soll den Verband wieder in ruhigere Gewässer steuern. Im Frühsommer gaben sowohl Direktor Pascal Gentinetta als auch Präsident Wehrli ihren Rücktritt bekannt. Zuvor war der Wirtschaftsdachverband wegen des verlorenen Abstimmungskampfs um die Abzockerinitiative in die Kritik geraten.

Im Februar gab zudem der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) wegen der Konflikts um den Schutz des Swiss-Made-Labels den Austritt aus dem Dachverband bekannt. (rbi/sda)

Erstellt: 29.08.2013, 20:43 Uhr

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Heinz Karrer: Stationen seiner Karriere

Heinz Karrer: Stationen seiner Karriere Der Vorstandsausschuss von Economiesuisse schlägt Heinz Karrer als neuen Präsidenten vor.

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