Strassenumfrage

«Nur noch verpacktes Fleisch kaufen»

Bei Coop wurde abgelaufenes Fleisch optisch aufgepeppt an der Theke verkauft. Die Kunden sind empört – und ziehen ihre Konsequenzen aus der Schummelei.

Besser dem eigenen Metzger vertrauen: Coop-Kunden bemängeln die Praxis des Detailhändlers.
Video: Simon Schmid

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«Völlig skandalös», «trügerisch für die Kundschaft», «gar nicht in Ordnung»: Vor der Coop-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse kommentieren Kunden das Verhalten des Schweizer Detailhandelsriesen mit harten Worten.

Recherchen des Schweizer Fernsehens hatten ergeben, dass Fleischkonsumenten bei Coop systematisch getäuscht wurden. Über die Theke des Offenverkaufs wurden Fleischerzeugnisse verkauft, die zuvor als abgepackte Ware im Regal gelegen hatten. Entsprechende Lohnanreize hatten Coop-Metzger dazu verleitet, auch abgelaufenes Fleisch anzubieten.

«Das Vertrauen zu Coop wird so zerstört», sagt Désirée Rageth zu dieser Verkaufspraxis, die bis vor kurzem stillschweigend toleriert wurde. Die 24-Jährige ist skeptisch gegenüber den Beteuerungen des Detailhändlers, künftig strengere Regeln beim Fleischverkauf durchzusetzen. Auch die 63-jährige Doris Hielmann kann der angekündigten Nulltoleranz nicht vollständig vertrauen. Sie meint, dass die Coop-Geschäftsleitung von den Vorkommnissen gewusst haben müsse.

In Bezug auf ihre Einkäufe ziehen die Zürcher Passanten unterschiedliche Schlüsse. «Ich kaufe ohnehin nur abgepacktes Fleisch im Gestell», berichtet die 24-jährige Linda Egloff – jedoch mehrheitlich bei Migros und nicht bei Coop. Dem Metzger genau auf die Finger schauen will Doris Heilmann. Auch sie erledigt ihre Fleischeinkäufe am liebsten in ihrer lokalen Migros. Den dortigen Metzger kennt sie persönlich, zu ihm hat sie Vertrauen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.11.2011, 15:23 Uhr

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