Onlineshop stellt neuen Rekord bei der Lieferfrist auf

Das Rennen um die schnellste Zustellung im Onlinehandel geht in die nächste Runde. Ein Anbieter ködert die Kunden nun mit einer äusserst kurzen Lieferfrist.

Schneller ist nur noch Amazon: Steg Electronics (Archivbild).

ZVG

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«Lieferung in 3 Stunden» verspricht der Händler Steg Electronics seinen Kunden seit heute. Es ist die jüngste Tempoverschärfung im Onlinehandel. Seit einigen Monaten bieten sich die Schweizer Anbieter ein Wettrennen um Lieferkonditionen. Sei es in der Geschwindigkeit, im Preis oder in der regionalen Verfügbarkeit der Zustellung am selben Tag, genannt Same Day Delivery.

Mit der Zustellung am selben Tag versuchen die Anbieter, eine Hürde des Onlinehandels gegenüber dem stationären Angebot aus dem Weg zu räumen. Wer in einen Laden geht, kann die Ware nach dem Kauf gleich ausprobieren. Wer online bestellt, muss sich hingegen gedulden, bis der Lieferdienst an der Tür klingelt.

Sortiment wird der Nachfrage angepasst

Steg bietet neu drei Zeitfenster an für die Zustellung: von 11 bis 14 Uhr, von 14 bis 17 Uhr und von 18 bis 21 Uhr. Das heisst: Wenn ein Kunde einen Artikel vor 11 Uhr bestellt, kann er ihn sich frühestens um 14 Uhr zustellen lassen.

Dieses Angebot steht vorab in zehn Gebieten von Montag bis Freitag zur Verfügung: in Baden, Basel, Bellinzona, Bern, Lugano, Luzern, Schaffhausen, St. Gallen, Winterthur und Zürich. Das Sortiment, das für die schnelle Lieferung bereitsteht, umfasst 3000 Artikel und werde ständig angepasst, erklärt Steg-Chef Lorenz Weber. Je nachdem, was am stärksten nachgefragt werde. Ein breiteres Sortiment von 15'000 Artikeln kann Kunden, die bis 11 Uhr bestellen, am selben Tag zwischen 18 und 21 Uhr zugestellt werden.

Bei der Zustellung arbeitet Steg mit lokalen Kurierdiensten, Taxihaltern und Restaurants zusammen. Das Zustellgebiet decke 36 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab, heisst es bei Steg. Die eigenen Filialen von Steg, es sind schweizweit 16, dienen dabei als Zwischenlager.

Mit dem neuen Lieferangebot gehe man auf ein Kundenbedürfnis ein, erklärt Weber. Am meisten Tempo erwarten die Kunden laut Steg bei Druckern sowie deren Zubehör, Computerfestplatten, Netzteilen, Speichermedien, Kabeln, Beamern, aber auch Fernsehern und Computern.

Vorbild Amazon

Das Vorbild in Sachen Zustellservice für die Schweizer Anbieter ist der US-Händler Amazon. Der liefert seinen sogenannten Prime-Kunden innerhalb von zwei Stunden, gebührenfrei. Allerdings kostet ein Abo für Primekunden 99 Dollar pro Jahr. In einzelnen Städten bietet Amazon die Zustellung innerhalb von einer Stunde gegen eine Gebühr von 8 Dollar.

Steg verrechnet seinen Kunden für die Expresszustellung 9.50 Franken. Preisführer bei der Zustellung am selben Tag ist in der Schweiz im Moment Brack.ch. Dieser Onlinehändler verlangt 4.90 Franken für die schnelle Zustellung, bietet den Dienst derzeit in Basel, Bern, Luzern, Zürich, Winterthur und St. Gallen an. Voraussetzung ist, dass die Bestellung vor 15 Uhr aufgegeben wird. Dann klingelt der Velokurier beim Kunden zwischen 18 und 21 Uhr.

Es gebe Kunden, die sich kritisch über die Beschleunigung der Zustellung äusserten, räumt Steg-Chef Weber ein. Letztlich überwiege aber das Bedürfnis der Kunden, die Ware so schnell wie möglich erhalten zu können, wenn sie sich für ein Produkt entschieden hätten, sagt Weber.

Erstellt: 30.11.2016, 12:24 Uhr

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