Peter Kurer sichert sich einen neuen Posten

Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der UBS hat bei einer internationalen Anwaltskanzlei aus Österreich ein Mandat erhalten. Unter anderem ist er dort für die Verteilung der Gewinne zuständig.

Hat einen neuen Arbeitgeber: Peter Kurer, hier während der UBS-Generalversammlung im letzten Jahr.

Hat einen neuen Arbeitgeber: Peter Kurer, hier während der UBS-Generalversammlung im letzten Jahr. Bild: Keystone

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Peter Kurers Abgang aus der UBS ist wohl noch vielen in Erinnerung. Im Frühling 2009 kam es in der Führung der Grossbank innert weniger Wochen zu einem Doppelrücktritt. Zuerst legte Konzernchef Marcel Rohner sein Amt nieder, kurz darauf folgte Verwaltungsratspräsident Kurer. Nun hat sich letzterer einen neuen Posten gesichert: Die Anwaltskanzlei Schönherr, die im mitteleuropäischen Raum tätig ist, hat ihn in den externen Strategieausschuss berufen.

Die österreichische Kanzlei mit Hauptsitz in Wien gehört zu den grössten in Europa und unterhält Büros in 12 Ländern. Sie bietet eine breite Palette von Dienstleistungen im Wirtschaftsbereich an. Gemäss einer Mitteilung von Schönherr soll Kurer das Unternehmen «mit einem Expertenblick von aussen bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie unterstützen». Unter anderem ist Kurer zusammen mit den übrigen vier Mitgliedern des Ausschusses für die jährlichen Budgetplanung und Verteilung des Unternehmensgewinns verantwortlich.

UBS-Abgang mit Nebengeräuschen

Die Kanzlei lobt den 61-Jährigen für seine «jahrzehntelange Managererfahrung auf allerhöchstem Niveau». Bei der UBS war Kurer allerdings mit Nebengeräuschen abgetreten. Die Vorwürfe von illegalen Bankgeschäften in den USA hatten auf ihn abgefärbt, denn Kurer war nicht nur von 2008 bis 2009 Verwaltungsratspräsident gewesen, sondern hatte zuvor unter seinem Vorgänger Marcel Ospel als Chefjurist der Grossbank geamtet.

Anlässlich der UBS-Generalversammlung im Oktober 2008 wurde Kurer vorgeworfen, er habe unwahre Aussagen gemacht. Zu vielen der angestrebten Klagen kam es aber gar nicht erst, und wenn doch, blitzten die Kläger vor Gericht ab. Die Untersuchungen durch die Finanzmarktaufsicht Finma und das eidgenössische Parlament erhärteten die Vorwürfe jedoch nicht.

Erstellt: 22.11.2010, 12:03 Uhr

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