Peter Wanner kauft TeleZüri und TeleBärn

Die Katze ist aus dem Sack. Tamedia verkauft die beiden TV-Sender TeleZüri und TeleBärn den AZ Medien. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gewerkschaften zeigen sich erfreut.

TeleZüri hat neuen Eigentümer: AZ-Medien-Verleger Peter Wanner machte Tamedia das beste Angebot.

TeleZüri hat neuen Eigentümer: AZ-Medien-Verleger Peter Wanner machte Tamedia das beste Angebot.

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Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell. Die AZ Medien übernehmen die beiden regionalen TV-Sender TeleBärn und TeleZüri von Tamedia, wie es in einer Mitteilung heisst. Die AZ Medien besitzen bereits den Aargauer Regionalfernsehsender Tele M1. Mit den Akquisitionen können sie ihr TV-Netz auf Zürich und Bern ausweiten.

TeleBärn und TeleZüri sollen an den bisherigen Standorten in Bern und Zürich weitergeführt werden. Durch eine gezielte Zusammenarbeit in Technik und Verkauf soll aus den drei Stationen eine TV-Senderfamilie mit starker regionaler Verankerung in den Kantonen Aargau, Bern, Solothurn und Zürich entstehen.

Die AZ Medien übernehmen sämtliche Mitarbeitende von TeleBärn und TeleZüri sowie die bisher in erster Linie für TeleBärn und TeleZüri tätigen Mitarbeitenden in der Werbevermarktung. Insgesamt sind 150 Mitarbeitende (112 Vollzeitstellen) betroffen.

Der Übergang der Konzession von TeleBärn muss gemäss Radio- und TV-Gesetz vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) genehmigt werden. Über die Einzelheiten des Verkaufs, der unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden steht, wurde Stillschweigen vereinbart.

Tamedia hatte sich im April dieses Jahres im Rahmen des Zusammenschlusses mit Edipresse Suisse entschieden, einen Verkauf der beiden TV-Sender sowie seiner Radiostationen und Fachmedien zu prüfen.

Gewerkschaften erleichtert

Die Mediengewerkschaften sind erleichtert, dass Tamedia die Privatsender TeleBärn und TeleZüri an ein Medienunternehmen und nicht an politische Kreise verkauft hat. Sie erwarten von der AZ Mediengruppe, das sie die Synergien für ein «besseres Fernsehen» nutzt. Zusammen mit dem Aargauer Regionalsender Tele M1 besitzt der Konzern nun drei private TV-Sender. Mit dieser Konzentration auf nur einen Besitzer sei es wichtig, die publizistische Vielfalt der drei Stationen zu regeln.

Das SSM fordert die AZ Medien Gruppe auf, zu den Mitarbeitenden der drei Fernsehstationen Sorge zu tragen. Die Arbeitsplatzgarantie für das Personal von TeleBärn und TeleZüri bis Ende Juni 2012 sei zwar gut, aber ungenügend.

Die Synergien sollten für Investitionen in ein «qualitativ besseres Fernsehen» und nicht zur «Gewinnmaximierung durch Stellenabbau oder Verschlechterung der Arbeitsbedingungen» genutzt werden, heisst es in der Mitteilung. (kpn, lue/SDA)

Erstellt: 23.08.2011, 16:07 Uhr

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Mehrere Medienunternehmen interessierten sich für TeleZüri. So bot das Medienhaus Ringier in einer ersten Runde 15 Millionen Franken. Diese Summe entsprach jedoch nicht den Vorstellungen von Tamedia-CEO Martin Kall. «Es müsse die Zahl 3 vorne dran sein», beschied er den Interessenten. Ringier zog sich im Juni aus den Verhandlungen zurück.

Neben Ringier waren auch Escor/Constantin Film und das Schweizer Sportfernsehen am Kauf von TeleZüri und Radio 24 interessiert. Laut Medienberichten soll der Sportkanal der Investoren Giorgio Behr und Peter Weigelt 20 Millionen Franken für die Zürcher Sender offeriert haben. Allein für Radio 24 soll CEO Martin Kall von einem Verkaufspreis von 30 Millionen Franken gesprochen haben, schrieb der «Sonntag» am letzten Wochenende.

Was Peter Wanner und die AZ Medien für die beiden Sender auf den Tisch legen müssen, ist unbekannt. Auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wollte sich Wanner nicht zum Kaufpreis äussern.

Zum Verkauf stehen noch die beiden Radiosender Radio 24 und FM Capital. Dem Vernehmen nach führt Tamedia mit Radio-1-Besitzer Roger Schawinski (für Radio 24) und Radio Zürisee (für die Berner Sender) Gespräche. Noch im dritten Quartal will Tamedia entscheiden, wie es mit den beiden Regionalradios weitergeht.

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