Pilatus nimmt Kurs Richtung China

Der Stanser Flugzeughersteller Pilatus will in China Flugzeugteile produzieren. Das ist aber nur der erste Schritt einer Ausweitung des Geschäfts.

PC-6 und PC-12 sollen auch in China produziert werden: Ein Pilatus-Mitarbeiter bei der Produktion in Stans. (7. Juli 2011)

PC-6 und PC-12 sollen auch in China produziert werden: Ein Pilatus-Mitarbeiter bei der Produktion in Stans. (7. Juli 2011) Bild: Keystone

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Der Stanser Flugzeughersteller Pilatus will seine Propellerflugzeuge künftig auch in China verkaufen. Die Schweizer Firma verhandelt deshalb mit einem chinesischen Partner über eine Zusammenarbeit.

Die Verhandlungen über einen Joint-Venture-Vertrag seien im Gang, noch liege aber keine unterzeichnete Vereinbarung vor, teilte die Pilatus Flugzeugwerke AG am Dienstag mit. Genauere Angaben zum Verhandlungspartner machte Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk in dem Schreiben nicht.

Die Stanser Flugzeugbauer wollen ihre Flugzeugtypen Pilatus Porter PC-6 und die Turbopropmaschine PC-12 künftig auch auf dem chinesischen Markt absetzen. Explizit ausgenommen sind gemäss Mitteilung die Herstellung und der Verkauf von militärischen Trainingsflugzeugen (PC-21, PC-9 M und PC-7 MkII) in und nach China

Standort Stans nicht gefährdet

Pilatus will in China auch Flugzeugteile produzieren, allerdings nur für Maschinen, die dort verkauft werden. Konkret geht es um die Fertigung einzelner Komponenten und die Endausrüstung von PC-6- und PC-12-Flugzeugen. Eine Verlagerung der Flugzeugproduktion von Stans nach China sei für Pilatus undenkbar, heisst es weiter.

Pilatus reagierte mit der Ankündigung auf Medienberichte im In- und Ausland in den vergangenen Wochen. Darin hatte es geheissen, Pilatus habe im Dezember im chinesischen Inland in der Chongqing Liangjiang New Area einen Produktionsstandort in Betrieb genommen und mindestens zwei PC-6 Übungsmaschinen an chinesische Sportbehörden ausgeliefert. Den Berichten zufolge will Pilatus 400 Millionen Franken in China investieren.

Ein Pilatus-Sprecher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, es handle sich bei den Berichten um Falschinformationen und Übersetzungsfehler. Weiter wollte sich der Sprecher nicht äussern. Die genannte Investitionssumme entbehre jeglicher Grundlage, liess das Unternehmen verlauten.

Die Pilatus Flugzeugwerke stellen einmotorige Turbopropellerflugzeuge her. Der Flugzeugbauer mit Hauptsitz in Stans beschäftigt rund 1400 Mitarbeitende. Zur Pilatus-Gruppe zählen Tochtergesellschften für Produktion, Unterhalt und Verkauf in Altenrhein SG, Broomfield USA und Adelaide in Australien. (rub/sda)

Erstellt: 15.01.2013, 15:25 Uhr

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