Piste frei für Sawiris' Gross-Skigebiet

Das Skigebiet am Oberalp erhält 15 neue Seilbahnen. Nun hat der Bund seinen Segen dazu gegeben.

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Die Pläne von Samih Sawiris für einen Ausbau und Zusammenschluss der Skigebiete von Andermatt UR und Sedrun GR sind vom Bund genehmigt worden. Bis die neuen Anlagen gebaut werden können, ist aber noch Detailarbeit nötig.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) teilte mit, dass es der Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) die Bewilligung erteilt habe, um die bestehenden Skigebiete beidseits des Oberalps zusammenzuschliessen und zu modernisieren.

Das Projekt beinhaltet 15 neue Seilbahnanlagen, wobei acht davon bestehende Seilbahnen ersetzen. Das Vorhaben entspreche den gesetzlichen Anforderungen, teilte das BAV mit. Die Umweltverträglichkeit sei auf der Stufe Plangenehmigung nachgewiesen.

Eingriffe in die Natur kompensiert

Zentraler Projektteil ist die Verbindung der Skigebiete Andermatt und Sedrun. Um diese zu realisieren, seien grossflächige Eingriffe in die Landschaft nötig, schreibt das BAV. Die Eingriffe würden mit einer Vielzahl von Massnahmen ausreichend kompensiert. Hierzu trügen auch die Kantone Uri und Graubünden bei, indem sie grossflächige Renaturierungen sowie die Schaffung von Schutzgebieten unterstützten.

Mit der Plangenehmigungsverfügung für das Gesamtprojekt und der Erteilung der Konzessionen für die einzelnen Anlagen seien die grossen Linien des Vorhabens gezeichnet, sagte BAV-Sprecher Andreas Windlinger auf Anfrage. Das BAV machte der ASS in der Verfügung aber gewisse Auflagen. Diese würden, gemessen am Gesamtprojekt, Details betreffen, sagte Windlinger.

Um Umweltabklärungen zu verfeinern, muss die ASS noch zahlreiche Detailprojekte erarbeiten. Diese Arbeiten werden von einer Begleitgruppe unterstützt, in der neben der ASS Umweltorganisationen, Bund und Kantone Einsitz haben. Einbezogen ist auch die Korporation Ursern, die wichtigste Grundeigentümerin.

Weitere Bewilligungen nötig

Mit dem Seilbahnbau beginnen kann die ASS noch nicht. Als nächstes muss sie beim BAV die seilbahntechnischen Detailprojekte einreichen. Erst wenn das BAV diese sowie alle weiteren mit den Anlagen im Zusammenhang stehenden Detailprojekte genehmigt hat und die nun verfügten Auflagen erfüllt sind, können die Bahnen realisiert werden.

Das neue Skigebiet Andermatt-Sedrun wird über 24 Anlagen und 120 Pistenkilometer verfügen. Ursprünglich hätte es noch grösser werden sollen, doch reduzierten die Projektverantwortlichen das Vorhaben, nicht zuletzt wegen der Kritik von Umweltorganisationen.

Anfang 2013 schloss Samih Sawiris mit den Umweltverbänden eine Vereinbarung ab. Pro Natura und Mountain Wilderness wollen nun prüfen, ob beim Entscheid des BAV diese Übereinkunft eingehalten worden ist, wie ihre Pressestellen auf Anfrage mitteilten. Gegen die Verfügung des BAV kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden.

Für Resort essentiell

Das BAV bezeichnet in seiner Mitteilung das Projekt am Oberalp als das bislang umfangreichste seilbahnrechtliche Bewilligungsverfahren. Grund für die Erweiterung des Skigebiets von Andermatt mit dem von Sedrun ist das neue Resort, das im Urserental realisiert wird.

Gebaut wird das Resort von der Andermatt Swiss Alps, ein Unternehmen des ägyptischen Tourismusinvestors Samih Sawiris. Die ASS ist eine Tochterfirma der Andermatt Swiss Alps. (cpm/thu/sda)

Erstellt: 02.06.2014, 17:10 Uhr

Wird Skistar das Skigebiet Andermatt-Sedrun betreiben?

Ende Februar zog sich die schwedische Firma Skistar vom Betrieb des Skigebiets Andermatt-Sedrun zurück – für den Moment, wie das Bündner Tagblatt berichtete. Die vielen Unsicherheiten rund um die Skiverbindung hätten die Firma dazu bewogen, sich zunächst anderen Projekten zu widmen, sagte damals der ägyptische Investor Samih Sawiris an einer Informationsveranstaltung.

Dass die Schweden wegen der Verzögerungen entnervt den Bettel geschmissen haben, verneint Markus Berger. Laut dem Mediensprecher der Andermatt Swiss Alps AG, Entwicklerin des neuen Skigebietes, habe sich Skistar wegen der längeren Wartezeit zwischenzeitlich auf andere Aktivitäten konzentriert. Im ursprünglichen Vertrag sei ohnehin nur vereinbart worden, dass die Firma ein Konzept für den Aufbau und Betrieb der Skiarena ausarbeiten würde. Dieser Vertrag ist Ende letzten Jahres ausgelaufen, so Berger gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

«Skistar ist jedoch immer noch ins Projekt involviert», sagt der Sprecher von Andermatt Swiss Alps. Nach dem heutigen Entscheid des Bundes werde sich Skistar die Angelegenheit wohl genauer ansehen, denn die Bewilligung aus Bern gebe viel Planungssicherheit. Dass die Schweden dereinst das Skigebiet betreiben werden, wird weder bestätigt noch dementiert. Doch es liegt auf der Hand, nachdem Skistar bei der Konzepterarbeitung die Region und ihre Abläufe so genau kennengelernt hat. (or)

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