Profitieren vom Weltuntergang

Wenn es nach dem Maya-Kalender geht, dann erwartet uns im Dezember das Ende der Welt. Die Werbung gibt schon mal einen kreativen Vorgeschmack.

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Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter. Je nach Version ziehen dann dunkle Wolken auf und die Welt wird in Flammen aufgehen.

Firmen sind von der apokalyptischen Prognose der Maya ziemlich fasziniert. Sie entdecken das angekündigte Ende der Welt sogar für ihr Marketing. Ob Biermarke oder Autohersteller: Viele wittern das grosse Geschäft.

Axe mit einer eigenen Weltuntergangs-Linie

Hierzulande investiert der Deohersteller Unilever viel Geld in Weltuntergangswerbung. In TV-Spots und auf Plakatwänden bewirbt der Konzern seine neuste Duftkreation Axe 2012. Im Zentrum der Kampagne steht ein junger Mann, der vor dem Hintergrund der düsteren Endzeitstimmung eine Arche aus Holz zimmert. Er fertigt zahlreiche Kabinen, richtet einen Fitnessraum und einen Spa-Bereich ein. Dort will er allerdings keine Tiere unterbringen, sondern schöne Frauen, die er gleich paarweise mit dem neuen Axe-Duft anlockt (siehe Videostrecke).

Ein letztes Bierchen mit dem Maya

Aber auch die belgische Biermarke Shock Top aus dem Hause Anheuser-Busch setzt ihre Vorstellung vom Ende der Welt humorvoll in Szene. Ein charmanter Herr im Anzug versucht, die Menschheit davon zu überzeugen, ihre letzten Lebensmonate effektiv zu nutzen – beispielsweise mit dem Genuss eines Bieres. Warum nicht.

Chevrolets und Kias Endzeitfantasien

Verwüstungen, Wirbelstürme, Invasion von Ausserirdischen oder Meteoriteneinschläge sind auch in der Autobranche ein grosses Thema. Die GM-Marke Chevrolet zeigte an der diesjährigen Superbowl einen Werbespot, der in den USA sogar für einen kleinen Skandal sorgte. In der Endzeitfantasie von Chevy geht die Welt unter und die Fahrer des Chevrolet-Pick-ups überleben. Einzig der Besitzer eines Ford dagegen nicht.

Aber auch der koreanische Autohersteller Kia sieht in der Endzeitstimmung Verkaufspotenzial. Während die Welt von bösen Alienrobotern invasiert wird, taucht plötzlich ein kleiner grüner Kia auf dem Schlachtfeld auf. Drei bunt gekleidete Hamster steigen aus und legen zum Discohit «Party Rock Anthem» einen Tanz hin. Da fangen sogar die Roboter an mitzuwippen und die Welt ist wieder in Partylaune.

«It's the end of the world, baby!»

Sinnlicher wird die Apokalypse vom italienischen Getränkehersteller Campari in Szene gesetzt. Jedes Jahr bringt die Spirituosenmarke einen Erotikkalender heraus. Das Motto für 2012 lautet: «It's the end of the world, baby!» Im Fokus steht Schauspielerin Milla Jovovich, die schon im Film «Das fünfte Element» die Welt rettete.

Last but not least will hier noch eine andere Werbeaktion erwähnt sein, die im Land der Mayas für Aufsehen sorgt. Mexiko erwartet in diesem Jahr 52 Millionen Touristen, die die ehemaligen Mayagebiete bereisen werde. Das sind doppelt so viele ausländische Besucher wie Mexiko sonst in einem regulären Jahr verbuchen kann. Um die Weltuntergangsaufregung weiter anzukurbeln, wurde in der Stadt Tapachula eine mehrere Meter grosse Digitalanzeige aufgestellt. Der Countdown zählt die verbleibende Zeit bis zum 21. Dezember 2012.

Erstellt: 25.02.2012, 09:01 Uhr

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