Raiffeisen muss Vertrag mit Vontobel einhalten

Die Raiffeisen-Tochter Notenstein darf anderweitig keine im Kooperationsvertrag mit Vontobel vereinbarten Dienstleistungen anbieten. Das hat das Schiedsgericht geurteilt.

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Im schon länger schwelenden Streit zwischen den bisherigen Partnern Raiffeisen-Gruppe und Bank Vontobel hat ein Schiedsgericht einen Entscheid gefällt: Die Raiffeisen-Tochter Notenstein darf keine Dienstleistungen anbieten, die ursprünglich mit Vontobel vereinbart waren.

Die Auseinandersetzung hat eine lange Vorgeschichte: Seit 2004 arbeitet die Raiffeisen-Gruppe eng mit Vontobel zusammen. Die Privatbank ist für die Anlageprodukte und die Wertschriftenabwicklung der Raiffeisen-Kunden zuständig.

Die Ausgangslage änderte sich 2012, als Raiffeisen einen Teil der wegen ihrer USA-Geschäfte in Schwierigkeiten geratenen St. Galler Privatbank Wegelin übernahm und sie unter dem Namen Notenstein als Tochter weiterführte. Notenstein konnte für die Raiffeisen-Kunden ähnliche Dienstleistungen anbieten wie bisher Vontobel.

Deshalb kündigte Raiffeisen den seit 2004 laufenden Vertrag mit dem bisherigen Partner. Dies ist allerdings erst auf Ende Juni 2017 möglich.

Keine Einigung gefunden

Damit ging es um die Frage, wie schnell Notenstein die Rolle von Vontobel übernehmen kann. Aber auch, ob Notenstein als Raiffeisen-Tochter für die eigene Wertschriftenabwicklung die IT-Plattform von Vertragspartner Vontobel übernehmen muss. In diesen Fragen wurde keine Einigung gefunden. Schliesslich musste das vertraglich vereinbarte Schiedsgericht angerufen werden.

Dessen Entscheid wurde am Mittwoch von den beteiligten Banken bekanntgegeben - und unterschiedlich gewichtet: In der Mitteilung von Vontobel heisst es, der Raiffeisen-Tochter Notenstein sei es grundsätzlich untersagt, die im Kooperationsvertrag zwischen Raiffeisen und Vontobel vereinbarten Dienstleistungen und Produkte für Raiffeisen-Kunden bereitzustellen.

Verbot für Raiffeisen-Kanal

Raiffeisen habe mit Notenstein ein identisches Setup wie mit Vontobel aufgebaut, erklärte Vontobel-Sprecher Reto Giudicetti auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Im Entscheid sei klar festgehalten, dass der grosse und wichtige Raiffeisen-Kanal bis 2017 für Notenstein verboten sei. Bisher habe sich Raiffeisen an den Vertrag gehalten, ergänzte er. Deshalb müssten keine Dienstleistungen für Kunden rückgängig gemacht werden

Die Raiffeisen Gruppe betonte hingegen in ihrem Communiqué, dass es Notenstein im Verhältnis zu ihren eigenen Kunden erlaubt sei, ihre Geschäftstätigkeit ohne Einschränkung zu betreiben. Allerdings gälten nun «gewisse Einschränkungen für den Vertrieb an Raiffeisen-Kunden».

Man müsse den 120-seitigen Entscheid zuerst noch analysieren, um genaue Aussagen über die Auswirkungen machen zu können, sagte Raiffeisen-Sprecher Franz Würth. Hauptsächlich gehe es für Notenstein um mengenmässige Einschränkungen bei strukturierten Produkten. Wichtig sei für Raiffeisen, dass die Wertschriftenabwicklung von Notenstein nicht auf die IT-Plattform von Vontobel übertragen werden müsse.

Notenstein nutzt dafür die IT-Plattform des Derivateanbieters Leonteq, an dem Raiffeisen seit 2013 über Notenstein beteiligt ist. Der Entscheid des Schiedsgerichts habe keinen materiellen Einfluss auf das Geschäft von Leonteq, teilte das Unternehmen mit. (spu/sda)

Erstellt: 14.01.2015, 09:11 Uhr

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