SBB bauen Imbissbuden auf Perrons

Obwohl der Platz mancherorts knapp ist: Auf Perrons von bis zu zwanzig Bahnhöfen sollen Take-away-Stände zu stehen kommen. Kritik trägt den SBB auch die Verwendung von Regionalzügen im Fernverkehr ein.

Stört nach Ansicht der SBB den Pendlerfluss nicht: Brezelkönig in Winterthur. Bild: Dominique Meienberg

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Viele Bahnhöfe stossen an ihre Kapazitätsgrenzen, und die Pendlerströme nehmen weiter zu. Dessen ungeachtet will die Bahn nun auch Take-aways bei den Gleisen einrichten. «Wir sehen vor, schweizweit in zehn bis zwanzig Bahnhöfen Perronverkaufsstände zu installieren», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer der «NZZ am Sonntag». Die ersten sollen im Frühling stehen. Wer als Mieter berücksichtigt wird, ist noch offen. Vorbild ist der Testbetrieb mit einem Brezelkönig in Winterthur. Als Nächstes sind Basel, Zürich, Olten, Yverdon und Biel an der Reihe. Dies, obwohl Basel und Olten von den SBB selbst als «kapazitätskritisch» bezeichnet werden.

Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, kritisiert die Ausbaupläne. «Die Perrons sind dazu da, dass die Passagiere möglichst rasch ein- und aussteigen können. Sie sind sicher nicht dafür gedacht, ganze Marktbuden hinzustellen», sagt Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber in der «NZZ am Sonntag». Die SBB gehen aufgrund von Messungen in Winterthur davon aus, dass die Stände den Pendlerfluss nicht stören werden.

Teilweise Abwertung der ersten Klasse

Kritik erhalten die SBB in der Sonntagspresse auch für eine weitere Massnahme: Sie setzen Doppelstockzüge von Stadler, welche sie eigentlich für die S-Bahn bestellten, auch im Fernverkehr ein. In diesen Zügen sitzen die Passagiere enger zusammen. SBB-Sprecher Christian Ginsig bestätigte der «SonntagsZeitung»: «Die SBB haben bisherige Fernverkehrslinien teilweise in Regionalverkehrslinien umgewandelt und setzen dort neu auch Züge des Regionalverkehrs ein, wo erstmals zweimal vier Personen in einem Abteil sitzen statt wie vorher zwei und vier.» Die Ledersitze in der 1. Klasse werden durch Stoffbezüge ersetzt.

Kurt Schreiber von Pro Bahn kritisiert: «Die SBB steigern die Platzauslastung in der 1. Klasse um einen Drittel, doch der 1.-Klasse-Zuschlag beträgt nach wie vor 70 Prozent.» Jetzt fragt sich nur, wofür die Passagiere ein teures 1.-Klasse-Billett kaufen sollen? «Mit dem Aufschlag kaufen sie vor allem Ruhe und mehr Beinfreiheit», antwortet Ginsig. Der Mehrwert bei Fernverkehrszügen läge auch in Ruhewagen, Businesszonen und den Lounges für GA-Fahrer der 1. Klasse. (mw)

Erstellt: 18.08.2013, 07:49 Uhr

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