SBB investiert 100 Millionen Franken in neue TGV-Züge

Bahnkunden können künftig noch öfter und schneller von Genf und Basel nach Paris reisen. Ab Dezember gibt es täglich 19 Verbindungen zwischen der Schweiz und der französischen Hauptstadt.

Verbindet die Schweiz mit Frankreich: Der TGV Lyria bei Gelterkinden BL.

Verbindet die Schweiz mit Frankreich: Der TGV Lyria bei Gelterkinden BL. Bild: Keystone

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Das Bahnunternehmen unterzeichnete am Mittwoch in Paris einen neuen Kooperationsvertrag mit der französischen SNCF, wie es mitteilte. Der Vertrag mit einer Laufzeit von 12 Jahren diene dazu, das Angebot im Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen der Schweiz und Paris «gezielt weiterzuentwickeln».

Die gemeinsame Tochtergesellschaft TGV Lyria erhält zu dem Zweck eine eigene TGV-Flotte mit 19 Triebfahrzeugen. Die Züge vom Typ TGV POS erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometer, schreibt die SBB.

25 Jahre alte TGV werden ersetzt

Die Züge werden allerdings nicht neu gekauft, sondern von der SNCF und der SBB auf die Tochtergesellschaft übertragen, wie SBB-Sprecher Daniel Bach auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die «modernsten» TGV-Züge der Gegenwart ersetzten die bisherigen, 25 Jahre alten TGV.

Die beiden Unternehmen engagierten sich entsprechend ihren Anteilen an der Tochtergesellschaft, erklärte Bach. Die SBB hält 26 Prozent Anteile; die SNCF besitzt 74 Prozent der TGV-Lyria.

Florierendes Geschäft mit der schnellen Reise

Die SBB investiert in ein florierendes Geschäft, wie ein Blick auf die Zahlen des Jahres 2010 zeigt: TGV Lyria transportierte 2010 vier Millionen Reisende, davon 2,3 Millionen im internationalen Verkehr zwischen der Schweiz und Paris. Die Tochtergesellschaft von SBB und SNCF steigerte ihren Umsatz um 17 Prozent auf rund 340 Millionen Franken.

«Die Anbindung der Schweiz an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz ist enorm wichtig für die SBB», sagte Bach. Neben Frankreich bestehen auch Kooperationen mit den Bahnunternehmen in Österreich, Deutschland und Italien.

Verbindungen werden immer schneller

Im Hinblick auf die Konkurrenz zum Flugverkehr arbeiteten die Bahnunternehmen auch stetig an der Geschwindigkeit der Zugverbindungen, sagte Bach. Mittelfristig sollen die TGV zwischen der Schweiz und Paris weniger als drei Stunden Reisezeit benötigen.

Für die Reisenden aus Genf beträgt die Reisezeit auf der neuen Strecke Haut-Bugey bereits drei Stunden und fünf Minuten; ab Basel soll die Dauer auf der neu gebauten Strecke Rhin-Rhône ab Dezember um 24 Minuten auf drei Stunden und drei Minuten verringert werden.

Auch die Verbindungen ab Bern, Lausanne und Zürich würden schneller, schreibt die SBB. Zudem verkehren künftig von fast allen Städten mehr Züge. So gibt es etwa ab Basel ab Dezember neu sechs statt fünf Verbindungen. In den nächsten Jahren wollen die SBB und die SNCF das TGV Lyria-Netz zudem auf neue Destinationen ausweiten. (pbe/sda)

Erstellt: 16.02.2011, 16:37 Uhr

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