SNB-Chef wirbt weltweit für «Swiss-Finish»

In einem Kommentar in der renommierten «Financial Times» empfiehlt Philipp Hildebrand die vorgeschlagenen Schweizer Grossbankenregeln als Modell für die ganze Welt.

«Follow the Swiss lead to avoid another Lehman»: Die Forderung von SNB-Chef Philipp Hildebrand an die G-20-Staatschefs.

«Follow the Swiss lead to avoid another Lehman»: Die Forderung von SNB-Chef Philipp Hildebrand an die G-20-Staatschefs. Bild: Keystone

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Philipp Hildebrand, Chef der Schweizerischen Nationalbank, fordert heute in der «Financial Times» unter dem Titel «Follow the Swiss lead to avoid another Lehman» die Staatschefs der G-20-Länder auf, bei der Bankregulierung dem Schweizer Beispiel zu folgen. Damit meint er die am Regulierungsvorschläge, die am Montag von der «Too big to fail»-Expertenkommission des Bundes präsentiert worden sind.

Sie zeigen auf, wie künftig eine Rettung der Grossbanken durch Steuergelder umgangen werden kann. Gemessen an seinem Detaillierungsgrad und den konkret vorgesehenen Abläufen ist das Gesamtpaket der Expertenkommission der weltweit bisher am weitesten fortgeschrittene Regulierungsvorstoss zu diesem Thema.

Das besondere Gewicht von Philipp Hildebrand

Die Forderungen der Schweizer Experten basieren allerdings auf dem neuen internationalen Regelwerk Basel III, das von den Ausschüssen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel bereits am 12. September präsentiert wurde. Die Expertenkomission setzt für die Grossbanken allerdings einen deutlich strengeren Massstab an. Doch in diesem internationalen Regelwerk sind bisher erst Kapitalerfordernisse ausformuliert. Weitergehende Regeln für systemrelevante Banken sollen allerdings auch in diesem Regelwerk folgen. Dabei wird in der Verlautbarung zu Basel III genau auf jenen weiteren Puffer verwiesen, der im Schweizerischen Paket eine grosse Bedeutung einnimmt: Zwingend zu haltende Wandelanleihen, die im Krisenfall in Aktien getauscht werden müssen.

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Basler Regulierungen sich bei den weitergehenden Vorschlägen am Schweizer Beispiel orientieren werden. Genau das fordert auch Philipp Hildebrand in seinem heutigen Kommentar im international viel beachteten Finanzfachblatt. Dort beschreibt er ansonsten im Detail das vorgeschlagene Paket der Expertenkommission. Hildebrands Kommentar hat auch deshalb Bedeutung, weil er selbst an vorderster Front bei der Ausformulierung der internationalen Regeln beteiligt ist: als Mitglied des Steuerungsausschusses des «Financial Stability Forums», das bei der BIZ angesiedelt ist. Dieses Forum wurde von der G-20 explizit damit beauftragt, Vorschläge zur Lösung der «Too big to fail»-Problematik auszuarbeiten.

Erstellt: 06.10.2010, 16:12 Uhr

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