Sammelklage gegen UBS und Credit Suisse

Erstmals gehen Sammelkläger in den USA wegen der Manipulationsvorwürfe im Devisenhandel gegen zwölf Banken vor.

Die Sammelklage wurde auch gegen Banken in der Schweiz eingereicht: Sitz der UBS in New York.

Die Sammelklage wurde auch gegen Banken in der Schweiz eingereicht: Sitz der UBS in New York. Bild: PD

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Die mutmasslichen Absprachen und Manipulationsversuche von Devisenhändlern verschiedener Banken beschäftigen neuerdings auch die Gerichte. Ein Dutzend Grossinvestoren in den USA hat am Montagabend US-Zeit eine Sammelklage beim Bezirksgericht im Süddistrikt von New York gegen ebenso viele Banken eingereicht, darunter auch die UBS und die Credit Suisse. Die in der Klage erhobenen Anschuldigungen entsprechen dem, was eine Reihe von Markt- und Finanzaufsichtsbehörden – seit Montag auch die Wettbewerbskommission in der Schweiz – mit gross angelegten Untersuchungen weltweit zu ergründen versucht. Demnach soll ein kleiner und eng verbandelter Kreis von Händlern in verschwörerischer Absicht Devisenkurse zu seinen Gunsten beeinflusst ­haben.

Bei den Klägern handelt es sich um Hedgefonds, Investmentfonds sowie um Pensionskassen von US-Bundesstaaten, -Städten und -Gewerkschaften. Sie hatten bereits Einzelklagen beim gleichen Gericht eingereicht, die jetzt zu einer Sammelklage zusammengefasst worden sind. Ein konkreter, bezifferbarer Schaden wird in der Klage jedoch nicht geltend gemacht. Die Manipulationsvorwürfe reichen bis 2003 zurück.

Die koordinierten Versuche, Devisenkurse auf unlautere Weise zu beeinflussen, sind laut der Sammelklage auch ­dadurch erleichtert worden, dass viele Devisenhändler in derselben Gegend wohnen, nämlich in der ländlichen Region von Essex unweit vom Londoner ­Finanzdistrikt. Die Händler würden denselben Clubs angehören, zusammen Golf spielen, miteinander dinieren und in den Vorständen der gleichen Wohltätigkeitsorganisationen sitzen, zitierte das «Wall Street Journal» aus der Sammelklage.

Rund 30 Freistellungen

Im Zuge der bankinternen Recherchen über Verwicklungen von Mitarbeitenden in die Devisenmarkt-Manipulationen hat sich die Deutsche Bank von einer führenden Devisenhändlerin getrennt. Kai Lew, die für den Devisenhandel mit Zentralbanken zuständig gewesen ist, habe im März ihren Arbeitsplatz geräumt, berichtete Reuters gestern unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Damit sind laut Medienberichten rund 30 Bankbeschäftigte wegen der Devisenaffäre freigestellt oder entlassen worden.

Wie ebenfalls gestern bekannt wurde, haben die als Zentralbank fungierende Hongkonger HKMA sowie die neuseeländische Marktaufsichtsbehörde ebenfalls damit begonnen, den dortigen Devisenhandel und die Praktiken verschiedener Banken zu untersuchen. Welche Geldinstitute davon betroffen sind, blieb in beiden Fällen offen.

Erstellt: 02.04.2014, 08:22 Uhr

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