New Yorker Börse bricht ein

Der Kollaps von Lehman Brothers hat eine weltweite Schockwelle ausgelöst. Der Dow Jones verliert so viel wie seit dem 11. September 2001 nicht mehr.

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Der Kollaps von Lehman Brothers, der Verkauf von Merrill Lynch und der Kurseinbruch der Aktie des US-Versicherers AIG schickten europaweit Bank- und Versicherungsaktien auf Talfahrt. Trotz der spektakulären Umbrüche auf dem US-Finanzmarkt hatte die Wall Street zunächst vergleichsweise geringe Verluste verbucht. Gegen Handelsende wurden die Verluste immer grösser: DJ-Index sackte um mehr als 500 Punkte ab. Dies ist der höchste Punkte-Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 3,60 Prozent auf 2180 Zähler.

SMI und SPI abgesackt

Der SMI sackte bis auf 6827,52 Zähler ab und schloss dann noch 3,83 Prozent tiefer mit 6939,11 Punkten. Händler warnten, dass der grosse Eurex-Verfall am Freitag zusätzlich für Druck sorgen könnte. Der breite SPI fiel 3,42 Prozent auf 5826,92 Zähler.

Händler sprachen von einem stark technisch geprägten Geschäft. Auf dem Weg des Marktes nach unten wurden Stop-Loss-Aufträge ausgelöst, was weitere Abgaben nach sich zog. Zudem erhielten Anleger aus strukturierten Produkten Aktien, die sie nicht wollten und von denen sie sich sofort wieder trennten. Dazu kamen Index- bezogene Abgaben und neue Baissepositionen.

UBS im Negativsog

Die Aktien der Grossbank UBS stürzten zeitweise über 20 Prozent ab und schlossen noch 14,5 Prozent tiefer mit 20,1 Franken. UBS gilt als eine der am stärksten von der Finanzkrise betroffen Banken. «Der Zusammenbruch von Lehman schränkt die strategischen Möglichkeiten der UBS ein», sagte ein Händler.

Die Aktien der Credit Suisse sackten 6,9 Prozent ab. Der Vermögensverwalter EFG International verlor 9,5 Prozent an Wert. Unter die Räder kam auch der Rückversicherer Swiss Re, dessen Titel 8,1 Prozent fielen. Zurich Financial büsste 5,5 Prozent ein.

Aber auch die als defensiv geltenden Aktien von Nestle, Novartis und Roche blieben von Abgaben nicht verschont und verzeichneten jeweils Einbussen von über zwei Prozent.

Börsen weltweit im Minus

Die Börsen in Asien und Europa brachen nach den zahlreichen Hiobsbotschaften aus dem US-Finanzsystem um drei bis fünf Prozent ein. Die Schweizer Börse SWX schloss mit einem Minus von 3,8 Prozent bei 6939 Punkten.

Nach vergeblichen Rettungsversuchen ist die über 150 Jahre alte Bank Lehman Brothers, die viertgrösste Investmentbank der USA, zahlungsunfähig. Die Nummer drei der Branche, Merrill Lynch, wird von der Bank of America aufgekauft.

Das Gesicht der US-Finanzbranche hat sich damit schlagartig verändert: An der Wall Street gibt es mit Goldman Sachs und Morgan Stanley nur noch zwei unabhängige Investmentbanken statt fünf wie noch vor einem halben Jahr.

Erstellt: 15.09.2008, 23:29 Uhr

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