Schummeln beim Goldpreis: Barclays zahlt Millionenstrafe

Als erste Grossbank wird die britische Barclays für die Einflussnahme auf den Goldpreis bestraft. Die Aufsichtsbehörde brummt dem Finanzinstitut eine Busse von 39 Millionen Franken auf.

Angestellte der Bank haben im Sommer 2012 versucht, das Preisfixing auf Kosten eines Kunden zu beeinflussen: Eine Barclays-Filiale in London.

Angestellte der Bank haben im Sommer 2012 versucht, das Preisfixing auf Kosten eines Kunden zu beeinflussen: Eine Barclays-Filiale in London. Bild: Reuters

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Die britische Barclays-Bank ist wegen Versäumnissen auf dem Goldmarkt zu einer Strafe von 26 Millionen Pfund (39 Millionen Franken) verurteilt worden. Die Bank werde wegen ihrer mangelhaften Aufsicht in den Jahren 2004 bis 2013 bestraft, teilte die britische Finanzaufsichtsbehörde in London mit. Wegen versuchter Einflussnahme auf die Goldpreisfestlegung sei zudem einem ehemaligen Mitarbeiter der Bank die Arbeit im Finanzsektor verboten worden.

Der Händler Daniel James Plunkett habe am 28. Juni 2012 versucht, «Schwächen im System und in den Kontrollen von Barclays auszunutzen» und das nachmittägliche Preisfixing auf Kosten eines Kunden zu beeinflussen. «Die Unfähigkeit von Barclays, Risiken bei ihren verschiedenen Aktivitäten zu erkennen und zu beheben, ist äusserst enttäuschend», erklärte Tracey McDermott von der Aufsichtsbehörde. Der Ruf der Branche sei erneut «beschmutzt» worden.

Beim sogenannten Goldfixing wird zweimal täglich in einer Telefonkonferenz ein Referenzpreis für Gold festgelegt. Daran sind vier Banken beteiligt: Die Bank of Nova Scotia, Barclays, HSBC und die Société Générale. Die Deutsche Bank hatte im Januar angekündigt, aus der Goldpreisfestlegung auszusteigen. Das Image der Barclays-Bank ist bereits stark angekratzt. Sie war als erstes Finanzinstitut im Zusammenhang mit dem Skandal um die Manipulation der internationalen Referenzzinssätze Libor und Euribor zu Geldstrafen verurteilt worden. Die Manipulationen am Libor sowie dem für Geldgeschäfte in der Währung Euro massgeblichen Zinssatz Euribor waren im Sommer 2012 bekannt geworden. (wid/AFP)

Erstellt: 23.05.2014, 13:47 Uhr

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